Sportbudget Steiermark: Wenn beim Training der Kinder gespart wird
Das Land Steiermark kürzt das Sportbudget um zehn Prozent. Spüren werden das Vereine, Familien und die vielen Ehrenamtlichen, die jede Woche Trainings, Turniere und Ausflüge möglich machen. Die Grünen bringen das Thema deshalb in den Landtag und setzen sich für einen anderen Weg ein.
Gekürzt wird dort, wo es ohnehin knapp ist
Der Sport musste in der Steiermark schon bisher mit vergleichsweise wenig Geld auskommen. Jetzt sollen es noch einmal zehn Prozent weniger werden. Grünen-Klubobfrau Sandra Krautwaschl sieht darin ein Muster, das sich durch das ganze Landesbudget zieht: „Ob Kinderbetreuung, Soziales, Kultur oder jetzt der Sport: Überall sehen wir dasselbe Muster. An den großen Schrauben wird nicht gedreht, stattdessen wird bei Angeboten gekürzt, die für viele Menschen und unser gesellschaftliches Miteinander unverzichtbar sind.“
Gerade beim Breitensport hält sie den Sparkurs für kurzsichtig. „Wir brauchen mehr Bewegung und Gesundheitsvorsorge, nicht weniger. Das würde langfristig auch unser Gesundheitssystem entlasten.“
Was die Kürzung für Kinder und Familien bedeutet
Wie ernst die Lage ist, zeigt die Reaktion der Sportdachverbände: Sie haben den Budgetentwurf einhellig kritisiert und warnen bereits vor Einschnitten bei Bewegungsangeboten für Kinder. Krautwaschl kann das gut nachvollziehen: „Die Verbände werden durch diese Kürzungen regelrecht dazu gedrängt, bei ihren Angeboten zu sparen oder die Kosten an die Familien weiterzugeben. Dabei sollten alle Kinder die Möglichkeit haben, Sport zu betreiben. Unabhängig vom Geldbörserl ihrer Eltern.“
Was die Kürzungen bedeuten können:
- Bewegungsangebote für Kinder, die gestrichen oder verkleinert werden könnten
- höhere Kosten für Familien, wenn Verbände Einsparungen weitergeben müssen
- zusätzliche Belastung für Ehrenamtliche, die das Vereinsleben tragen
Ehrenamt im Sportverein: Wer das Vereinsleben trägt
Ehrenamtliche ermöglichen in vielen steirischen Gemeinden das Fußballtraining, den Schwimmkurs und das Vereinsfest. Sie stehen am Wochenende am Spielfeldrand, fahren Kinder zu Turnieren und halten die Kassa in Ordnung. „Sie investieren ihre Freizeit, kümmern sich um Kinder und Jugendliche und halten das Vereinsleben am Laufen. Statt sie zu unterstützen, macht ihnen der Landeshauptmann das Leben noch schwerer“, sagt Krautwaschl.
Eishallen und Schwimmbäder: Die offene Frage der Sportstätten
Dazu kommt ein Problem, auf das die Grünen schon lange hinweisen: die Finanzierung der Sportstätten. Viele Eishallen und Bäder werden von ganzen Regionen genutzt, bezahlen muss sie aber oft eine einzelne Gemeinde. Nach dem Eishallen-Gipfel im Frühjahr hat Landeshauptmann Mario Kunasek eine Evaluierung angekündigt. Ein Finanzierungsplan fehlt bis heute.
„Eishallen und Schwimmbäder stehen vielerorts finanziell unter Druck. Wir weisen seit Langem auf dieses Problem hin. Und die Antwort des Landeshauptmanns darauf ist offenbar: noch mehr kürzen“, so Krautwaschl.
Dringliche Anfrage im Landtag am 20. Oktober
Die Grünen holen das Thema nun dorthin, wo über das Budget entschieden wird – in den Landtag. In der Landtagssitzung am 20. Oktober stellt Sandra Krautwaschl Landeshauptmann Kunasek eine Dringliche Anfrage zur Kürzung beim Sport. Er muss darin direkt im Landtag erklären, wie es mit dem steirischen Sport weitergehen soll.
Für Krautwaschl ist klar, woran sich die Landesregierung messen lassen muss: „Mario Kunasek bezeichnet den Sport als Herzensanliegen. Davon ist in seinem Budget wenig zu sehen. Große Worte allein helfen keinem Verein und keinem Kind, das Sport betreiben möchte. Entscheidend ist, was bei ihnen ankommt.“ Die Grünen setzen sich weiter dafür ein, dass Bewegung für alle Kinder leistbar bleibt, dass Ehrenamtliche Rückenwind statt Gegenwind bekommen und dass Eishallen und Bäder in den Regionen eine sichere Zukunft haben.

