Hitzewelle Steiermark: Sozialer Schutz für gefährdete Menschen

Wenn Hitze zur sozialen Frage wird: Grüne bringen Schutzplan für die Verletzlichsten

Die Steiermark erlebt gerade eine der schwersten Hitzewellen und für manche Menschen ist das mehr als unangenehm. Ältere, Wohnungslose, Pflegebedürftige oder Haushalte mit wenig Geld können sich vor extremer Hitze kaum selbst schützen. Die steirischen Grünen haben deshalb erneut eine Initiative in den Landtag eingebracht: einen sozialen Hitzeaktionsplan, der genau dort ansetzt, wo klassische Informationskampagnen nicht hinreichen.

Höchste Hitzewarnstufe – und nicht alle sind gleich betroffen

Für weite Teile der Steiermark gilt am Wochenende die höchste Hitzewarnstufe. Dass Hitze gefährlich sein kann, wissen die meisten. Weniger im Blick ist, wie ungleich diese Gefahr verteilt ist: Wer in einer schlecht isolierten Wohnung lebt, wer keinen schattigen Garten hat, wer auf Pflege angewiesen ist oder wer sich schlicht keinen Ventilator leisten kann, steht im Sommer vor ganz anderen Herausforderungen als andere.

Genau das nehmen die Grünen Steiermark zum Anlass für ihre zweite Landtagsinitiative zum Thema. Den ersten Vorstoß in diese Richtung gab es bereits in der Landtagssitzung im Juni. 

Was die Initiative konkret vorsieht

Im Mittelpunkt steht die Idee, soziale Belastungen durch Hitze stärker in der steirischen Sozial- und Armutsplanung zu verankern. Gemeinsam mit Sozialorganisationen, Gemeinden und Einrichtungen aus Wohnungslosenhilfe, Behindertenhilfe und Armutsbekämpfung soll ein koordinierter sozialer Hitzeaktionsplan entstehen. Den vollständigen Antragstext gibt es hier..

Konkret geht es um:

  • Kühle Aufenthaltsorte, die gut erreichbar und niedrigschwellig zugänglich sind
  • Trinkwasser an öffentlich zugänglichen Stellen
  • Mobile Unterstützung für Menschen ohne sicheren Wohnraum
  • Hilfe für Sozial- und Betreuungseinrichtungen während Hitzeperioden
  • Einfache technische Hilfen für einkommensschwache Haushalte – etwa Ventilatoren oder außenliegende Beschattung
  • Stärkung von Besuchs- und Nachbarschaftsprogrammen für alleinlebende ältere Menschen

„Ein kühler Raum, ein Anruf, ein Glas Wasser“

Klubobfrau Sandra Krautwaschl bringt es auf den Punkt: „Sozialer Hitzeschutz beginnt nicht bei großen Konzepten, sondern bei praktischen Dingen, die Menschen sofort spüren. Ein kühler Raum, ein Anruf, ein Besuch, ein Glas Wasser oder eine einfache technische Hilfe können an sehr heißen Tagen einen großen Unterschied machen.“

Bestehende Strukturen gezielt vernetzen

Der steirische Hitzeschutzplan bildet eine wichtige Grundlage. Die Grünen sehen ihn als guten Ausgangspunkt und möchten ihn dort ergänzen, wo Menschen über klassische Informationsangebote schwer erreichbar sind.

„Die Steiermark hat starke Sozialorganisationen, engagierte Gemeinden und funktionierende Nachbarschaften. Wir möchten diese Strukturen gezielt verbinden, damit Hilfe schneller dort ankommt, wo Hitze besonders belastet. Das ist eine konkrete und machbare Antwort auf immer heißere Sommer“, so Krautwaschl.

 

Hitzewellen werden häufiger. Das ist keine Prognose mehr, sondern Realität. Einen sozialen Hitzeaktionsplan zu entwickeln bedeutet, bestehende Stärken der Steiermark zu bündeln: das Engagement der Sozialorganisationen, die Nähe der Gemeinden und den Zusammenhalt in Nachbarschaften.