Wenn Hitze zur sozialen Frage wird: Grüne kämpfen für die Vergessenen
Extreme Hitze ist längst kein Komfortproblem mehr. Wer arm ist, krank oder auf Pflege angewiesen, kann sich nicht einfach ins Kühle retten. Die Grünen Steiermark haben im Landtag einen konkreten Plan für sozialen Hitzeschutz vorgelegt. Die Landesregierung lehnte ihn ab.
Hitze trifft nicht alle gleich
Ein heißer Sommertag fühlt sich nicht für alle Menschen gleich an. Wer in einer gut gedämmten Wohnung lebt, eine Klimaanlage hat oder einfach wegfahren kann, kommt gut durch. Doch für Menschen in schlecht isolierten Altbauten, mit wenig Geld, gesundheitlichen Einschränkungen oder ohne sicheres Zuhause ist anhaltende Hitze eine echte Gefahr.
Genau das haben die Grünen im steirischen Landtag angesprochen. Denn während Hitzewellen immer häufiger und intensiver werden, gibt es für diese Gruppe bislang keinen gezielten sozialen Schutz auf Landesebene.
Was die Grünen vorgeschlagen haben
Mit einem Entschließungsantrag haben die Grünen ein Maßnahmenpaket in den Landtag eingebracht. Der Antrag sieht unter anderem vor:
- Erarbeitung eines sozialen Hitzeaktionsplans gemeinsam mit Sozialorganisationen
- Gezielte Unterstützung für Einrichtungen der Wohnungslosenhilfe, Behindertenhilfe und Armutsbekämpfung
- Kühle Tagesaufenthaltsmöglichkeiten für Menschen ohne privaten Rückzugsraum
- Finanzielle Hilfe für einkommensschwache Haushalte bei einfachen Hitzeschutzmaßnahmen wie Jalousien oder Vorhängen
Die FPÖ-ÖVP Landesregierung lehnte den Antrag ab.
Zuständigkeit unbekannt, Problem unbekannt
Auf die Frage, wie das Sozialressort jene schützen will, die sich am wenigsten selbst helfen können, gab Soziallandesrat Hannes Amesbauer (FPÖ) im Landtag eine bemerkenswerte Antwort: Erkenntnisse über die Auswirkungen von Hitze auf armutsgefährdete und vulnerable Menschen lägen seinem Ressort nicht vor. Ein Bedarf sei nicht bekannt.
Grünen-Klubobfrau Sandra Krautwaschl kommentiert das so: „Statt sich mit den sozialen Folgen der Hitze auseinanderzusetzen, wischt Amesbauer wissenschaftliche Fakten zur Klimakrise ebenso vom Tisch wie die Lebensrealität armutsgefährdeter und besonders stark betroffener Menschen in der Steiermark.“
Für Krautwaschl ist das Muster bekannt: Schon bei anderen Themen habe sich der Landesrat auf fehlende Zuständigkeit berufen, statt Verantwortung zu übernehmen. „Dieser Mann ist in dieser Verantwortung völlig fehl am Platz.“
Klimawandel ist auch Sozialpolitik
Der Klimawandel verändert nicht nur die Umwelt, er verschärft auch soziale Ungleichheit. Wer wenig hat, hat weniger Möglichkeiten, sich zu schützen. Das ist keine Theorie, das zeigt sich jeden Sommer in überhitzten Wohnungen, in überfüllten Pflegeheimen ohne ausreichende Kühlung, bei Menschen auf der Straße ohne Schatten.
Die Grünen sehen sozialen Hitzeschutz deshalb als notwendigen Teil einer zukunftsfähigen Sozialpolitik. Der abgelehnte Antrag soll nicht das letzte Wort sein.

