Wasser halten statt ableiten, für ein nachhaltiges Wassermanagement

Wasser halten statt ableiten – Grüne kämpfen im Landtag für Wassermanagement

Dürre, ausgetrocknete Böden, gestresste Wälder: Das erste Halbjahr 2026 hat gezeigt, wie knapp Wasser in der Steiermark werden kann. Die Grünen brachten deshalb ein ganzes Maßnahmenpaket in den Landtag ein, von Zisternen bei Neubauten bis zu mehr Bodenschutz in der Raumplanung. Die Regierungsparteien lehnten die Vorschläge ab. Klubobfrau Sandra Krautwaschl erklärt, warum das Thema damit noch lange nicht vom Tisch ist.

Wasser wird zur kostbaren Ressource

„Wasser ist unser Lebensmittel Nummer eins“, bringt es Klubobfrau Sandra Krautwaschl auf den Punkt. Was lange selbstverständlich schien, wird angesichts der Erderhitzung zur echten Herausforderung: Immer häufigere Dürreperioden und Hitzewellen setzen der Steiermark zu, Böden trocknen aus, Landwirtinnen und Landwirte bangen um ihre Ernte.

Ein zentrales Problem dabei: Regenwasser wird noch immer viel zu oft dort weggeleitet, wo es eigentlich gebraucht würde. Statt in den Kanal zu fließen, sollte Niederschlag in der Landschaft gehalten werden – als natürlicher Speicher für die nächste Trockenphase. Genau hier setzen die Grünen mit ihrer Initiative an und zeigen, wie der Umgang mit Regenwasser neu gedacht werden kann.

Zwei Hebel für ein neues Wassermanagement

Mit einem Antrag im Landtag brachten Sandra Krautwaschl, Lambert Schönleitner und Veronika Nitsche zwei gleichwertige gesetzliche Hebel ins Spiel, mit denen die Steiermark widerstandsfähiger gegen Trockenheit werden soll:

  • Zisternenpflicht im Baugesetz: Bei Neubauten soll der Einbau von Anlagen zur Nutzung und Speicherung von Regenwasser – allen voran Zisternen – gesetzlich verankert werden.
  • Wassersensible Raumplanung: Im Raumordnungsgesetz sollen Maßnahmen gegen Bodenversiegelung, für die Versickerung von Niederschlägen und zur Sicherung von Rückhalteflächen verbindlich festgeschrieben werden.

Die Initiative baut auf dem Vorschlag „Jeder Tropfen zählt“ auf, den die Grünen bereits im Juni eingebracht hatten – einem umfassenden Regenwasserplan für steirische Gemeinden. Mit dem aktuellen Antrag sollten die zentralen Punkte davon nun auch gesetzlich abgesichert werden.

Regierungsparteien lehnen ab – Grüne bleiben am Thema dran

Im Landtag fanden die Vorschläge zwar Zustimmung in der Sache, nicht aber bei der Abstimmung: Die Regierungsparteien lehnten den Antrag ab. Für Krautwaschl ist das ein bekanntes Muster: „Man gibt uns im Grunde recht. Auf notwendige Maßnahmen und Vorschläge unsererseits wird aber nicht weiter eingegangen.“

Die Grünen lassen sich davon nicht abbringen und machen weiterhin sichtbar, wo aus ihrer Sicht rasch gehandelt werden müsste. Denn ob Zisterne am Einfamilienhaus oder entsiegelte Fläche in der Gemeinde: Jede einzelne Maßnahme hilft, damit Regenwasser dort bleibt, wo es gebraucht wird – bei den Menschen, den Böden und der Landwirtschaft.

Was das für die Steiermark bedeutet

Auch wenn der Antrag im Landtag vorerst keine Mehrheit fand, bleibt der Grundgedanke aktuell: Wasser ist eine begrenzte Ressource, mit der sorgsam umgegangen werden muss. Die Grünen wollen das Thema in den kommenden Sitzungen erneut einbringen und weiter für eine gesetzliche Absicherung der Regenwassernutzung werben. Wer sich vertieft mit den Details der Initiative beschäftigen möchte, findet den vollständigen Wortlaut im verlinkten Antrag.