Hitzeschutz Schule Kirchberg an der Raab: Land muss mitziehen

Hitzeschutz für die Schule in Kirchberg: Damit Lernen auch an heißen Tagen gelingt

Wer im Juni in einem überhitzten Klassenzimmer sitzt, kann sich kaum konzentrieren. In Kirchberg an der Raab wird das Schulzentrum jetzt saniert, und zwar für die kommenden Jahrzehnte. Doch ausgerechnet der Hitzeschutz ist aus Kostengründen aus dem Gesamtkonzept gefallen. Die Grünen-Gemeinderätinnen Katja Maurer und Julia Fellner setzen sich dafür ein, dass das Land der Gemeinde den nötigen finanziellen Spielraum gibt.

Eine Sanierung, die Jahrzehnte prägt

Die Debatte über zu heiße Klassenzimmer läuft gerade in der ganzen Steiermark. In Kirchberg an der Raab ist sie ganz konkret: Das Schulzentrum wird saniert. Was jetzt gebaut wird, bestimmt, unter welchen Bedingungen Kinder und Lehrkräfte hier in den nächsten Jahrzehnten lernen und arbeiten. Für Katja Maurer und Julia Fellner gehört deshalb von Anfang an dazu, die Schule auch für immer heißere Sommertage zu rüsten.

„Eine Schule wird für Jahrzehnte saniert. Der Hitzeschutz darf dabei nicht zum Restposten werden und davon abhängig sein, ob am Ende zufällig noch genug Geld dafür da ist“, sagt Gemeinderätin Katja Maurer.

Warum der Hitzeschutz aus dem Konzept gefallen ist

Die Grünen haben sich schon im Gemeinderat dafür eingesetzt, die ganzjährige Aufenthaltsqualität als klares Ziel der Sanierung festzuhalten. Gemeint sind thermische Maßnahmen, die Räume im Winter warm und im Sommer kühl halten.

Bei der Finanzierungsplanung mit dem Land wurde die thermische Sanierung jedoch aus Kostengründen aus dem Gesamtkonzept genommen. Umgesetzt werden soll sie nur noch, wenn am Ende genug finanzieller Spielraum bleibt.

Hitzeschutz an Schulen: Was wirklich hilft

Damit Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte auch an heißen Tagen gute Bedingungen vorfinden, braucht es bauliche Lösungen:

  • Außenbeschattung, die die Sonne abhält, bevor sie die Räume aufheizt
  • thermische Sanierung, die Hitze draußen und angenehme Temperaturen drinnen hält
  • weitere bauliche Maßnahmen, die Überhitzung dauerhaft vorbeugen

Lassen sich solche Maßnahmen gleich bei einer Sanierung mitplanen, sind sie meist einfacher umzusetzen als ein späteres Nachrüsten.

Land Steiermark soll der Gemeinde den Rücken stärken

Kirchberg nimmt für seine Schule viel Geld in die Hand. Julia Fellner sieht deshalb auch das Land in der Verantwortung: „Unsere Gemeinde investiert viel Geld und Energie in eine gute Schule. Das hat sich Unterstützung durch das Land verdient.“

Sie erinnert dabei an die Worte von Bildungslandesrat Stefan Hermann: „Wenn der Schutz von Kindern vor Hitze tatsächlich eine zentrale Zukunftsaufgabe des Landes ist, wie Bildungslandesrat Stefan Hermann selbst betont, dann sollte sich das auch bei unserer Schulsanierung zeigen. Notwendige Maßnahmen gegen sommerliche Überhitzung sollten nicht aus Kostengründen herausfallen.“

Kein Einzelfall: Gemeinden brauchen verlässliche Unterstützung

Für Maurer und Fellner steht Kirchberg exemplarisch für viele steirische Gemeinden. Sie wollen vorsorgen, stoßen bei umfassenden Sanierungen aber rasch an finanzielle Grenzen. Ähnlich ging es zuletzt der Marktgemeinde Wies: Dort hat das Land die Förderung für eine begrünte Schulfassade abgelehnt.

Die Grünen sprechen sich deshalb für einen landesweiten Hitzeschutzplan und eine bessere Unterstützung bei notwendigen Maßnahmen aus. Der Hitzegipfel der Landesregierung im Sommer hat dazu noch keine konkreten Schritte gebracht. Wie stark die Hitze die Steiermark 2026 getroffen hat, zeigt die Klima-Sommerbilanz der Grünen Steiermark.