Oper Graz: Grüne drängen auf Transparenz bei Grazer Opernintendanz
Grüne Wände statt Klimaanlagen: Die Marktgemeinde Wies will ihr Schulzentrum mit einer Fassadenbegrünung vor der nächsten Hitzewelle schützen. Ein fertiges Konzept liegt vor, doch das Land Steiermark lehnt die Förderung ab – die Wartung sei zu teuer.
Ein Schulzentrum, das für heißere Sommer vorsorgen will
In Wies in der Südweststeiermark lernen Kinder und Jugendliche in der Volksschule, der Mittelschule und der Musikschule unter einem Dach. Damit es dort auch in heißen Sommern erträglich bleibt, will die Gemeinde alle Fassaden des Schulzentrums begrünen. Ein erstes Pilotprojekt gab es bereits, das neue Vorhaben soll die übrigen Wände umfassen. Entwickelt wurde das Konzept laut Gemeinde gemeinsam mit der Universität für Bodenkultur (BOKU) und dem Regionalmanagement.
Die Idee dahinter ist einfach: Pflanzen an der Fassade spenden Schatten, kühlen durch Verdunstung und halten die Räume natürlich kühler.
Warum das Land die Förderung ablehnt
Laut ORF Steiermark hat die zuständige Landesabteilung das Projekt geprüft und als unwirtschaftlich eingestuft. Begründet wird das mit hohen Wartungskosten. Die Gemeinde sieht das anders: Sie verweist auf ihr ausgearbeitetes Konzept und darauf, dass natürliche Beschattung langfristig günstiger ist als technische Kühlung.
Für Sandra Krautwaschl passt der Fall ins Bild: „Da sieht man sehr konkret, was der Hitzeschutz dieser Landesregierung wert ist: Eine Gemeinde will vorsorgen und ihre Schulen für heißere Sommer rüsten, und das Land bremst. Statt gemeinsam nach einer Lösung zu suchen, kommt ein Nein aus Graz.“
Grüne wollen die Wirtschaftlichkeitsrechnung sehen
Ob sich ein Projekt rechnet, hängt davon ab, was man einrechnet – etwa auch die Stromkosten für Klimageräte, die gar nicht erst anfallen, oder die Gesundheit der Kinder an heißen Schultagen. Genau deshalb wollen die Grünen die Entscheidung des Landes nachvollziehen können. „Das Land begründet die Ablehnung mit mangelnder Wirtschaftlichkeit. Diese Berechnung wollen wir sehen und werden sie einfordern“, kündigt Krautwaschl an.
Hitzeschutz braucht Rückenwind für Gemeinden
Der Fall Wies steht nicht für sich allein. Schon im August haben die Grünen einen Hitzegipfel des Landes angestoßen. Nach dem Treffen zeigte Krautwaschl auf, dass die Landesregierung bei der Bestandsaufnahme stehen bleibt – und dass Gemeinden beim Hitzeschutz vor allem eines brauchen: konkrete Unterstützung.
Wie dringend das ist, hat dieser Sommer gezeigt. Hitzeschutz wirkt dort, wo Menschen ihren Alltag verbringen:
- in Schulen und Kindergärten, wo Kinder bei Hitze kaum noch konzentriert lernen können,
- in Wohnungen, die nachts nicht mehr auskühlen,
- in Pflegeeinrichtungen, wo ältere Menschen besonders unter der Belastung leiden.
„Nach diesem Sommer wissen wir, wie belastend Hitze gerade in Schulen, Wohnungen oder Pflegeeinrichtungen werden kann. Wenn Gemeinden hier vorausschauend planen und Vorsorge treffen wollen, sollte das Land ihnen den Rücken stärken und nicht zusätzliche Hürden aufbauen“, sagt Krautwaschl.

