Leoben klimafit machen: Hitzeschutz, mehr Bäume und sichere Radwege

Hitzeschutz, Bäume, Radwege: Grünen wollen Leoben klimafit machen

Der Rekordsommer macht spürbar, dass die zunehmende Hitze vor allem für die Menschen in den Städten nur noch schwer auszuhalten ist. Die Grünen Leoben machen sich daher für eine Reihe von Maßnahmen stark, um die Stadt klimafit zu machen: Hitzeschutz in Gemeindewohnungen, eine Baumschutzverordnung und mehr Tempo beim Radverkehr.

Rekordhitze zeigt: Städte müssen jetzt handeln

Österreich erlebt derzeit die stärkste Hitzewelle seiner Messgeschichte – und nirgends ist die Belastung so spürbar wie in den Städten. Auch Leoben ist betroffen: Heuer wurden bereits 29 Hitzetage mit mehr als 30 Grad registriert. Vor 1990 waren es im Jahresschnitt gerade einmal vier. Diese dramatische Entwicklung macht deutlich, warum Klimaschutz und Klimawandelanpassung in der Obersteiermark kein Zukunftsthema mehr sind, sondern akuter Handlungsbedarf.

Die Grünen Leoben stellen deshalb ein umfassendes Maßnahmenpaket für ein klimafittes Leoben vor – von sanierten Gemeindewohnungen über eine Baumschutzverordnung bis zum Ausbau der Radinfrastruktur.

Klimaneutralitätsfahrplan: Leoben als Pionierstadt

Leoben verfügt bereits über einen eigenen Klimaneutralitätsfahrplan und gilt damit als Vorreiterin unter den steirischen Städten. Damit dieser Plan nicht nur auf dem Papier besteht, braucht es laut den Grünen zwei Dinge: den politischen Willen der Stadt, konsequent daran festzuhalten, sowie die finanzielle Absicherung der Teilnahme an den Programmen KEM (Klima- und Energie-Modellregion) und KLAR (Klimawandelanpassungsregion) durch Bund und Land.

Hitzeschutz in Gemeindewohnungen dringend nötig

Leoben zählt rund 2.500 Gemeindewohnungen, viele davon in sanierungsbedürftigen Gebäuden. Die Grünen fordern eine rasche thermische Sanierung, um Bewohner:innen im Sommer vor Hitze und im Winter vor hohen Heizkosten zu schützen. Schnell umsetzbare Sofortmaßnahmen sind etwa Außen-Rollos. Klar ist aber auch: Den notwendigen Investitionsbedarf kann die Stadt Leoben nicht alleine stemmen – sie braucht finanzielle Unterstützung durch das Land Steiermark.

Baumschutzverordnung für mehr Schatten in der Stadt

Gemeinderätin Susanne Sinz setzt sich für eine eigene Baumschutzverordnung für Leoben ein. Ihr Argument: Jeder Baum im verbauten Gebiet ist als natürlicher Schattenspender und Luftkühler kostbar. Gefordert werden:

  • mehr Bewusstseinsbildung rund um den Erhalt von Bäumen
  • Unterstützung durch professionelle Baumgutachten
  • klare Anleitungen zur fachgerechten Baumpflege
  • eine verpflichtende Nachpflanzung, wenn ein Baum gefällt werden muss

Ein sichtbarer Erfolg ist bereits da: Auf langjähriges Drängen der Grünen wurden am Hauptplatz Leoben neue Bäume gepflanzt, die schon jetzt für spürbar mehr Schatten und Abkühlung sorgen.

Stadtplan mit kühlen Orten

Leoben hat im Vergleich einen überdurchschnittlich hohen Anteil an Senior:innen – eine Gruppe, die durch Hitze besonders gesundheitlich gefährdet ist. Die Grünen schlagen einen eigenen Stadtplan mit klimatisierten Orten und schattigen Grünflächen vor, damit sich insbesondere ältere Menschen an heißen Tagen gezielt abkühlen können.

Radverkehr: Ausbau darf nicht ausgebremst werden

Das gemeindeübergreifende Radverkehrskonzept Großraum Leoben (Leoben, Niklasdorf, Proleb) soll den Alltagsradverkehr deutlich attraktiver machen. Der mit dem Land vereinbarte Umsetzungszeitraum bis 2030 muss laut den Grünen unbedingt eingehalten werden.

Kritisch sehen die Grünen dabei die aktuelle Budgetentwicklung: Die Landesmittel für Radwegebau und die Förderung kommunaler Radwege wurden von zwölf auf nur noch acht Millionen Euro gekürzt. Eine schriftliche Anfrage der Grünen im Landtag zum aktuellen Umsetzungsstand der steirischen Radverkehrsstrategie ist bislang unbeantwortet geblieben.

Kritik an der Landesregierung: „Steirer:innen verglühen“

Die steirischen Grünen haben in den vergangenen Monaten in jeder Landtagssitzung auf notwendige Klimawandelanpassungen hingewiesen und zahlreiche Anträge sowie Dringliche Anfragen eingebracht. Sämtliche Vorschläge wurden jedoch von den Regierungsparteien FPÖ und ÖVP abgelehnt.

Klubobfrau Sandra Krautwaschl übt scharfe Kritik: Die Landesregierung bleibe selbst am Höhepunkt der historischen Hitzewelle untätig, während dringend sowohl Akutmaßnahmen für den Hitzeschutz als auch eine langfristige Klimastrategie für die Steiermark gebraucht würden.

Auch die Gemeinden dürfen laut Krautwaschl nicht alleingelassen werden: Die Stadt Leoben sei bereit, zahlreiche Maßnahmen umzusetzen – es fehle jedoch an der notwendigen Unterstützung durch das Land:

„Das Land lässt Leoben und die anderen Gemeinden in der Hitze stehen – früher hätte man gesagt ‚im Regen stehen‘. Die Stadt Leoben ist bereit, zahlreiche Maßnahmen zu setzen. Was fehlt ist die Unterstützung seitens des Landes.“

Grüne setzen sich für lebenswertes und klimafittes Leoben ein

Klimaschutz bringt gleichzeitig mehr Lebensqualität für die Menschen: Das zeigt sich in Leoben etwa an den neu gepflanzten Bäumen am Hauptplatz, deren Schatten gerade in der aktuellen Hitzewelle einen Aufenthalt im Freien erst erträglich macht. Hier sieht man: jahrlanger Einsatz der Grünen für eine Umgestaltung des Hauptplatzes mit mehr Bäumen macht sich bezahlt. 

Damit aus weiteren Vorschlägen der Grünen für ein klimafittes Leoben nun konkrete Ergebnisse werden, braucht es die finanzielle und politische Unterstützung des Landes Steiermark – bei Gemeindewohnungen, Hitzeschutz und Radinfrastruktur.