Baden in der Mur: ÖVP bremst Grünen-Antrag aus

Saubere Mur, kühle Köpfe: ÖVP bremst beim Flussbaden

Wenn der Sommer kommt, sehnen sich viele Menschen nach einem kühlen Sprung ins Wasser, am liebsten direkt vor der Haustür. Die Mur wäre dafür prädestiniert. Ob sie sich je zum Badegewässer entwickeln kann, hängt von einer simplen Frage ab: Wie gut ist das Wasser wirklich? Genau das wollen die Grünen im steirischen Landtag endlich wissen, und haben dafür einen konkreten Plan vorgelegt.

Was die Grünen vorschlagen

Die Grünen Steiermark haben im Landwirtschaftsausschuss einen Antrag eingebracht, der die notwendigen Grundlagen für mögliches Flussbaden schaffen soll. Konkret geht es um vier Schritte: Die Wasserqualität der Mur soll regelmäßig wissenschaftlich untersucht werden, Belastungsquellen sollen offengelegt werden, bis Ende 2027 soll ein Gesamtbericht vorliegen, der zeigt, in welchen Abschnitten Badewasserqualität langfristig erreichbar wäre, und schließlich sollen Maßnahmen zur schrittweisen Verbesserung geprüft und umgesetzt werden.

Den vollständigen Antrag der Grünen gibt es hier zum Nachlesen: Selbstständiger Antrag „Damit Baden in der Mur möglich wird!“

Warum das kein Luxusthema ist

Die letzte umfassendere Untersuchung zur mikrobiologischen Situation der Mur stammt aus den Jahren 2009 und 2010. Seither hat sich viel verändert: Hitzetage nehmen zu, der Nutzungsdruck auf Flüsse steigt, und die technischen Möglichkeiten zur Gewässeranalyse sind heute deutlich besser als damals. Ohne aktuelle Daten lässt sich weder beurteilen, wo Probleme liegen, noch wo Verbesserungen möglich wären.

Grünen-Klubobfrau Sandra Krautwaschl bringt es auf den Punkt: „Die ÖVP redet in Graz groß von der Belebung der Mur. Im Landtag lehnt sie aber genau jene Grundlagen ab, die es dafür braucht.“

ÖVP verweist auf bestehende Pläne

Im Ausschuss legte die ÖVP einen Abänderungsantrag vor, der die Grünen-Initiative faktisch aushöhlte: Statt konkreter Maßnahmen verwies die ÖVP auf bestehende Gewässerbewirtschaftungspläne, frühere Anfragebeantwortungen und allgemeine rechtliche Hinweise aus dem Wasserrechtsgesetz. Der Antrag wurde damit zur Kenntnis genommen, ohne dass Maßnahmen beschlossen wurden.

Initiative in Graz

In der Landeshauptstadt tut sich bereits etwas. In Graz arbeitet Vizebürgermeisterin Judith Schwentner daran, die Mur und ihre Ufer als Freizeit- und Erholungsraum weiterzuentwickeln. Fragen der Wasserqualität werden dort gemeinsam mit Fachleuten geprüft. Der entscheidende Hebel liegt aber beim Land: Ohne aktuelle Daten zu Belastungsquellen und Wasserqualität bleibt auch die städtische Planung auf unsicherem Boden.

Krautwaschl macht klar, in welche Richtung es gehen soll: „Unser Angebot steht: Lassen wir gemeinsam prüfen, wo Baden in der Mur langfristig möglich werden kann. Die Menschen wünschen sich lebendige Flüsse und gute Orte zum Abkühlen.“