Teergrube Mürzzuschlag: Warten auf einen echten Fahrplan

Teergrube Mürzzuschlag: Warten auf einen echten Fahrplan

Seit dem Sommer 2022 begleitet eine unangenehme Frage die Menschen in Mürzzuschlag: Was steckt eigentlich in der Teergrube an der Stadteinfahrt und wann wird sie endlich saniert? Untersuchungen liefen bis Anfang 2025, Ergebnisse gibt es bis heute keine öffentlichen. Die Grünen lassen das Thema nicht los und bringen es erneut in den Landtag ein, um endlich Bewegung in die Sache zu bringen.

Ein Geruch, der seit Jahren bleibt

Bei der Stadteinfahrt von Mürzzuschlag liegt eine Altlast, die die Bevölkerung seit Jahren beschäftigt: die sogenannte Teergrube. Zwischen etwa 1900 und 1950 wurde die ehemalige Grube mit Aushubmaterial, Bauschutt, Schlacken und teerigem Material verfüllt. Im Sommer 2022 wurde bei Arbeiten die schützende Humusschicht beschädigt – Teer trat aus, und Anrainerinnen und Anrainer klagten über massive Geruchsbelästigung. Seither wurde die Fläche notdürftig abgedeckt und eingezäunt. Vor allem an heißen Tagen ist der Teergeruch bis heute deutlich wahrnehmbar.

Die Grünen bohren nach: Anfrage im Landtag

Die Grünen Steiermark setzen sich seit 2022 dafür ein, dass die Teergrube nicht zum Dauerproblem für die Bevölkerung wird. Die gesetzlich vorgeschriebenen Untersuchungen nach dem Altlastensanierungsgesetz liefen von Dezember 2022 bis Ende Jänner 2025 – öffentlich bekannt wurden die Ergebnisse aber nie. Am Dienstag nahm Klubobfrau Sandra Krautwaschl das Thema deshalb erneut in den Landtag mit und befragte Umweltlandesrat Hannes Amesbauer direkt, bis wann die Menschen in Mürzzuschlag mit einer Sanierung rechnen können.

Die Antwort: viele Schritte, aber kein Termin

Amesbauer erklärte, der Abschlussbericht habe sich mehrfach verzögert und sei erst Ende Juni fertiggestellt worden. Damit beginnt nun ein mehrstufiges Verfahren:

  • Das Umweltbundesamt legt zunächst die Priorität der Altlast fest.
  • Anschließend wird versucht, einen Verursacher zu ermitteln.
  • Dieser hätte danach 18 Monate Zeit, ein Sanierungskonzept vorzulegen.
  • Lässt sich kein Verursacher feststellen, geht die weitere Abwicklung an den Bund.

Ein konkretes Datum für die Sanierung lässt sich aus diesem Fahrplan nicht ableiten. „Die Menschen vor Ort leben seit Jahren mit einer notdürftig abgedeckten Teergrube, mit Gestank bei Hitze und mit der Sorge, ob ihre Gesundheit ausreichend geschützt ist. Nach der heutigen Antwort von Landesrat Amesbauer wissen sie vor allem eines: Er kann ihnen weiterhin nicht sagen, wann dieser Schandfleck endlich saniert wird“, so Krautwaschl.

Was sich die Grünen stattdessen erwarten würden

Für Krautwaschl geht es nicht nur um das Verfahren an sich, sondern auch darum, wie mit den Betroffenen umgegangen wird: „Ein steirischer Landesrat, dem diese Belastung wirklich wichtig ist, versteckt sich nicht hinter Zuständigkeitsfragen. Er sorgt dafür, dass die Bevölkerung laufend, verständlich und ehrlich informiert wird. Gerade dann, wenn Verfahren kompliziert sind und sich in die Länge ziehen.“

Auch die Mürzzuschlager Gemeinderätin Ilse Schmalix, die den Fall 2022 ins Rollen gebracht hat, bringt auf den Punkt, worum es der Bevölkerung eigentlich geht: „Es reicht nicht, eine kontaminierte Fläche einzuzäunen und jahrelang auf Untersuchungsergebnisse zu verweisen. Die Bevölkerung will wissen, wann saniert wird, wie saniert wird und was das konkret für ihre Sicherheit bedeutet.“

Lebensqualität vor der eigenen Haustür

Für die Menschen in Mürzzuschlag ist die Teergrube längst mehr als ein abstraktes Verwaltungsthema – sie betrifft die Luft, die sie atmen, und das Vertrauen in einen sorgsamen Umgang mit ihrer Umwelt direkt vor der Haustür. Genau dafür setzen sich die Grünen ein: für eine Politik, die Gesundheit und Lebensqualität vor Ort ernst nimmt, statt sie hinter Zuständigkeitsfragen zu verschieben.