Volksschule Retznei darf hoffen: Gemeinderat sagt Ja zum Erhalt
Monatelang wussten Eltern, Kinder und Lehrkräfte der Volksschule Retznei nicht, wie es mit ihrer Schule weitergeht. Jetzt gibt es ein klares Signal: Der Gemeinderat Ehrenhausen hat den Schließungsbeschluss aufgehoben und sich für den Erhalt des Standorts ausgesprochen. Grünen-Bildungssprecherin Veronika Nitsche sieht darin einen wichtigen Schritt, doch die eigentliche Entscheidung liegt jetzt bei der Bildungsdirektion und Bildungslandesrat Stefan Hermann. Vor dem Start des neuen Schuljahres brauchen die Familien endlich Gewissheit.
Ein Schulterschluss im Gemeinderat
Die Volksschule Retznei ist mehr als ein Schulgebäude. Mit ihrem musikalischen Schwerpunkt, dem reformpädagogischen Unterrichtskonzept und mehreren Auszeichnungen für innovative Bildungsarbeit hat sich der kleine Standort weit über die Gemeindegrenzen hinaus einen Namen gemacht. Genau deshalb sorgte die Debatte um eine mögliche Schließung monatelang für Unruhe bei Eltern, Kindern und Lehrkräften. Mit der jüngsten Gemeinderatssitzung in Ehrenhausen hat sich das Blatt gewendet: Der ursprüngliche Schließungsbeschluss wurde aufgehoben, der Gemeinderat spricht sich nun für den Erhalt der Schule aus.
Für Veronika Nitsche ist das ein starkes Zeichen: „Der Gemeinderat hat gestern ein deutliches Signal gesetzt. Jetzt braucht es auch eine rasche Entscheidung der Bildungsdirektion. Die Familien warten seit Monaten darauf zu erfahren, wie es im September weitergeht“, so die Grünen-Bildungssprecherin.
Warum jetzt die Bildungsdirektion gefragt ist
Ein Gemeinderatsbeschluss allein entscheidet nicht über die Zukunft eines Schulstandorts. Die endgültige Entscheidung liegt bei der Bildungsdirektion, die einen entsprechenden Antrag prüfen und freigeben muss. Mit der Aufhebung des Schließungsbeschlusses verschiebt sich nun auch der Ball auf diese Ebene. Nitsche macht deutlich: Eine weitere Hängepartie ist den Familien nicht zumutbar. Wer Planungssicherheit für Kinder und Lehrkräfte schaffen will, muss jetzt handeln – noch vor Schulbeginn im September.
Kein Platz mehr für Verzögerung
Dass es in der causa VS Retznei zuletzt auch um politisches Taktieren ging, sieht Nitsche kritisch. Sie weist darauf hin, dass Bürgermeister Zweytick offenbar bis zuletzt versucht habe, Einfluss auf die Abstimmung zu nehmen: „Dass Bürgermeister Zweytick bis zuletzt offenbar versucht hat, die Abstimmung zu beeinflussen, zeigt einmal mehr, dass es in dieser Causa längst nicht mehr um die beste Lösung für die Kinder geht. Schluss mit diesem unwürdigen Schauspiel.“
Damit bringt Nitsche auf den Punkt, was viele Eltern seit Monaten formulieren: Im Mittelpunkt sollten die Kinder stehen und eine Schule, die pädagogisch überzeugt und von der Gemeinschaft getragen wird.
Das braucht es jetzt konkret:
- Eine rasche, nachvollziehbare Entscheidung der Bildungsdirektion
- Klare Kommunikation an Eltern, Kinder und Lehrkräfte noch vor Schulbeginn
- Den Erhalt des bewährten reformpädagogischen Konzepts am Standort Retznei
Die Grünen bleiben dran und beobachten, wie Bildungslandesrat Stefan Hermann und die Bildungsdirektion nun reagieren. Mehr zur Vorgeschichte der Debatte gibt es im früheren Beitrag zur VS Retznei.

