Kühle Klassen statt rauchender Köpfe: Steiermark braucht eine Strategie gegen die Hitze in Schulen
Wenn das Thermometer im Klassenzimmer auf über 30 Grad klettert, ist Lernen kaum noch möglich. Die Klimaerhitzung macht Schulen zunehmend zu Orten, an denen Hitze zur echten Belastung wird. Die Grünen Steiermark bringen das Problem im Juli in der Landtagssitzung mit einer Dringlichen Anfrage auf die politische Tagesordnung und machen klar: Es geht um mehr als ein paar heiße Sommertage.
30 Grad im Klassenzimmer und kein Ende in Sicht
Steirische Schulen heizen sich in den Sommermonaten massiv auf. Temperaturen von deutlich über 30 Grad sind in vielen Klassenzimmern keine Ausnahme mehr, sondern Alltag. Für die Kinder bedeutet das: Konzentration? Schwierig. Wohlbefinden? Unmöglich. Dasselbe gilt für Lehrerinnen und Lehrer.
Grüne Bildungssprecherin Veronika Nitsche bringt das Thema mit einer Dringlichen Anfrage in den steirischen Landtag ein, mit dem Ziel, endlich strukturelle Antworten auf ein wachsendes Problem zu bekommen.
„Eine Verweigerung der Realität“
Bereits in der Landtagssitzung im Juni sprach Nitsche Bildungslandesrat Hermann auf die Hitzesituation an. Die Antwort überraschte: Abgesehen von einer einzigen Ausnahme sei ihm kein von übermäßiger Hitze betroffener Schulstandort bekannt „Das ist einfach nur eine Verweigerung der Realität“, sagt Nitsche. „Mit so einer Haltung des Bildungslandesrats wird es in den überhitzten Klassenzimmern um kein einziges Grad kühler.“
Die Realität sieht anders aus: Eltern, Lehrerinnen und Lehrer sowie Schülerinnen und Schüler aus der ganzen Steiermark berichten von kaum erträglichen Bedingungen.
Keine kurzfristige Lösung, sondern eine langfristige Strategie
Die Debatte über eine Vorverlegung der Sommerferien greift aus Sicht der Grünen Steiermark zu kurz. Sie ist eine Reaktion auf ein Symptom nicht auf die Ursache. „Statt eine Diskussion über eine mögliche Vorverlegung der Sommerferien zu führen, muss das Problem der übermäßigen Hitze grundsätzlich gelöst werden“, betont Nitsche.
Was es braucht, ist eine landesweite Strategie zur Klimaanpassung für Schulen, Kindergärten und Kinderkrippen. Konkret setzen sich die Grünen für folgende Maßnahmen ein:
- Beschattung durch Sonnensegel, Markisen oder Außenjalousien
- Begrünung von Schulhöfen und Fassaden als natürliche Kühlung
- Technische Kühlungslösungen, wo bauliche Maßnahmen nicht ausreichen
- Finanzielle Unterstützung des Landes für Gemeinden, damit sie solche Maßnahmen umsetzen können
Das Land muss die Gemeinden unterstützen
Viele Gemeinden wissen, was zu tun wäre, doch fehlt es oft an den nötigen Mitteln. Hier sieht Nitsche das Land Steiermark klar in der Pflicht: „Das Land muss den Gemeinden die finanziellen Mittel für Beschattung, Kühlung und Begrünung zur Verfügung stellen und die notwendigen Maßnahmen setzen, um die steirischen Bildungseinrichtungen an die Folgen der Erderhitzung anzupassen.“

