Sportkürzungen: Kunasek bleibt Antworten schuldig

Weniger Geld für den Freizeitsport & keine Antwort, wie Vereine damit auskommen sollen

Zehn Prozent weniger Geld für den Sport: Im Oktober-Landtag musste Landeshauptmann Mario Kunasek erklären, wie steirische Vereine damit auskommen sollen. Die Grünen hatten das Thema mit einer Dringlichen Anfrage auf die Tagesordnung gebracht. Statt eines Plans gab es vor allem eine Bilanz eigener Erfolge. Für tausende Ehrenamtliche bleiben die Fragen offen.

Dringliche Anfrage: Bilanz statt Antworten für die Vereine

Wie die Kürzung im Sportbudget Vereine, Familien und Ehrenamtliche trifft, haben wir bereits beschrieben. In der Landtagssitzung am 20. Oktober war Landeshauptmann und Sportreferent Mario Kunasek am Zug. Grünen-Klubobfrau Sandra Krautwaschl hatte ihm eine Dringliche Anfrage zur Kürzung beim Sport gestellt. Die zentrale Frage darin: Wie sollen die steirischen Sportvereine mit weniger Geld auskommen?

Kunasek antwortete mit viel Eigenlob und einer Leistungsschau seiner bisherigen Arbeit. Wie es für die Vereine konkret weitergeht, ließ er offen.

Sportkürzungen: Kleine Summe fürs Land, große Lücke für Vereine

Für Krautwaschl zeigt sich hier, wie unterschiedlich die Kürzung wirkt, je nachdem, von wo man auf sie blickt: „Von Kunaseks Leistungsschau können sich die vielen Vereine und Ehrenamtlichen nichts kaufen, wenn ihnen nächstes Jahr das Geld fehlt. Für das Landesbudget sind diese Kürzungen Peanuts. Für unsere Vereine, die Ehrenamtlichen und vor allem die Kinder, die dort Sport treiben wollen, sind sie fatal.“

Hinter jedem Verein stehen Menschen, die ihre Freizeit opfern. Sie trainieren Nachwuchsteams, organisieren Turniere und halten die Kassa in Ordnung. Für viele Kinder ist der Verein der erste Ort, an dem sie Teamgeist und Fairness lernen, unabhängig vom Einkommen ihrer Eltern. Wird hier gespart, trifft das jene Familien zuerst, die sich private Kurse nicht leisten können.

Sportfinanzierung ab 2028: Die nächste Lücke ist absehbar

Auch bei der langfristigen Finanzierung blieb Kunasek konkrete Antworten schuldig. Die ORF-Landesabgabe, aus der das Land Sport und Kultur mitfinanziert, soll Ende 2028 abgeschafft werden. Womit diese Einnahmen ersetzt werden, konnte der Landeshauptmann nicht erklären. „Die Kürzungen stehen im Budget, über ihre Folgen wird erst noch geredet. Und für die nächste Finanzierungslücke gibt es ebenfalls keinen Plan. So sieht keine verlässliche Sportpolitik aus“, sagt Krautwaschl.

Für die Vereine bedeutet das vor allem Unsicherheit. Wer nicht weiß, mit welchen Mitteln er in zwei Jahren rechnen kann, kann weder Trainings noch Investitionen in Anlagen sicher planen.

Verantwortung für die ganze Steiermark

In der Debatte verwies Kunasek auf die Stadt Graz. Krautwaschl macht darauf aufmerksam, dass der Vergleich anders ausfällt, als der Landeshauptmann wohl meinte: „Die Sportförderungen in Graz sind prozentuell dreimal so hoch wie jene des Landes. Offenbar haben wir mit unserer Kritik einen wunden Punkt getroffen. Kunasek sollte jedenfalls nicht vergessen: Er ist Sportreferent für die ganze Steiermark und für den Breitensport genauso verantwortlich wie für den Spitzensport.“