Pflege braucht endlich echten Kurswechsel

Pflege in der Steiermark: Dringender Handlungsbedarf

Pflegebedürftige Menschen, Angehörige und Beschäftigte geraten in der Steiermark zunehmend unter Druck. In der Aktuellen Stunde im Landtag sprach Grünen-Klubobfrau Sandra Krautwaschl von einem System, das immer öfter an seine Grenzen stößt. Die Grünen setzen sich deshalb für mehr mobile Pflege, bessere Unterstützung zuhause und spürbare Entlastung im Alltag ein. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Pflegeangebote bei den Menschen tatsächlich ankommen.

Mobile Pflege soll Menschen zuhause stärken

Für viele Menschen ist klar: Sie möchten so lange wie möglich in ihrer gewohnten Umgebung bleiben. Genau dafür brauche es laut den Grünen deutlich mehr Unterstützung im Alltag. Neben mobiler Pflege gehe es auch um Community Nursing und um bessere Begleitung für Angehörige.

„Pflege betrifft früher oder später fast jede Familie. Und viele Menschen spüren längst: So wie es derzeit läuft, stößt das System immer öfter an seine Grenzen“, betonte Krautwaschl im Landtag.

Aus Sicht der Grünen reicht es nicht, hohe Summen ins Pflegesystem zu investieren. Entscheidend sei, ob die Unterstützung dort ankommt, wo sie gebraucht wird – bei pflegebedürftigen Menschen und ihren Familien.

Kritik an fehlender Unterstützung für Community Nursing

Besonders kritisch sieht Krautwaschl die Entwicklung beim Community Nursing. Diese regionalen Anlaufstellen helfen Menschen dabei,

  • Pflege zuhause zu organisieren
  • Angehörige zu entlasten
  • passende Unterstützung zu finden
  • Eskalationen und Überforderung zu vermeiden.

Durch den damaligen Gesundheitsmnister Johannes Rauch wurden die Mittel dafür über den Finanzausgleich bereitgestellt. Dennoch werden wichtige Angebote in der Steiermark nicht ausreichend abgesichert.

Pflege als Teil der öffentlichen Daseinsvorsorge

Die Grünen warnen davor, Pflege immer stärker dem wirtschaftlichen Druck zu überlassen. Pflege und Gesundheit seien zentrale Aufgaben der öffentlichen Daseinsvorsorge und müssten sich an den Bedürfnissen der Menschen orientieren.

Krautwaschl sieht deshalb seit Jahren eine Fehlentwicklung: Während private Pflegeheimkonzerne gewachsen seien, sei gleichzeitig zu wenig in mobile Betreuung und Unterstützung zu Hause investiert worden.

Menschenwürdige Pflege langfristig absichern

Die Grünen kündigen an, zukünftige Pflegekonzepte daran zu messen, ob sie dauerhaft für bessere Versorgung und echte Entlastung sorgen. Im Mittelpunkt stehen dabei wohnortnahe Angebote, Unterstützung für Angehörige und eine Pflegepolitik, die den Alltag der Menschen spürbar verbessert.