PFAS-Messgerät: Steiermark prüft Böden auf Ewigkeitschemikalien

Steiermark bekommt ein PFAS-Messgerät

Sie sind unsichtbar, kaum abbaubar und finden ihren Weg auch über die Felder in unsere Böden: Ewigkeitschemikalien. Bestimmte Pflanzenschutzmittel können etwa zur Bildung von TFA beitragen, und deren Werte steigen im steirischen Grundwasser. Jetzt investiert das Land 269.000 Euro in ein eigenes PFAS-Messgerät für Bodenuntersuchungen. Für die Grünen ist das ein wichtiger Schritt, denn wer weiß, was im Boden steckt, kann das Grundwasser gezielt schützen.

Was das neue PFAS-Messgerät leisten soll

Die Landesregierung hat den Ankauf beschlossen. Mit dem Gerät sollen steirische Böden auf PFAS untersucht werden. Landesrätin Simone Schmiedtbauer setzt damit um, was sie bei der Landtagsdebatte im September angekündigt hat.

Den Anstoß dazu haben die Grünen gegeben. Sie haben den Schutz von Grundwasser und Böden vor Ewigkeitschemikalien erneut dringlich in den Landtag gebracht und sich für rasche Lösungen eingesetzt. Grünen-Klubobfrau Sandra Krautwaschl freut sich, dass daraus nun ein konkreter Beschluss geworden ist: „Gut, dass die Ankündigung aus der Landtagsdebatte jetzt umgesetzt wird. Beim Schutz unserer Böden und unseres Grundwassers zählt das Vorsorgeprinzip. Je besser wir wissen, was tatsächlich vorhanden ist, desto gezielter können wir handeln.“

Woher PFAS und TFA in unseren Böden kommen

PFAS steht für per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen. Das ist eine große Gruppe langlebiger Industriechemikalien. Sie stecken in vielen Alltagsprodukten, aber nicht nur dort. Auch Pflanzenschutzmittel können dazu beitragen, dass die Ewigkeitschemikalie TFA in Boden und Grundwasser gelangt. Ist TFA einmal in der Umwelt, lässt es sich nur schwer wieder entfernen.

Wie ernst die Lage ist, zeigen Daten von GLOBAL 2000. 2024 wurde das steirische Grundwasser an 17 Messstellen untersucht. An sieben davon lagen die TFA-Werte über dem gesundheitlichen Schwellenwert für Trinkwasser. Besonders hohe Werte zeigten sich in stark landwirtschaftlich geprägten Regionen, oft gemeinsam mit erhöhten Pestizid- und Nitratwerten. Mehr dazu lesen Sie hier.

Was bisher geschah: Landtag, Daten und offene Fragen

Ende September haben die Grünen das Thema mit einer Dringlichen Anfrage in den Landtag gebracht. Landesrätin Schmiedtbauer bestätigte dort, dass die TFA-Werte steigen. Wie viele Pflanzenschutzmittel mit TFA-Bildungspotenzial in der Steiermark ausgebracht werden, konnte ihr Ressort aber nicht sagen.

Die Grünen haben deshalb vorgeschlagen, die Pestizid-Anwendungsdaten der Betriebe zentral auszuwerten. Diese Daten werden seit heuer ohnehin digital erfasst. FPÖ und ÖVP haben den Antrag abgelehnt. Die Hintergründe lesen Sie hier.

Umso wichtiger ist, dass das neue Messgerät jetzt für mehr Klarheit sorgt. Dabei geht es nicht darum, Bäuerinnen und Bauern unter Generalverdacht zu stellen. Verlässliche Daten schützen auch jene, die sorgsam wirtschaften.

„Jetzt kommt es darauf an, das Gerät konsequent einzusetzen, relevante Regionen gezielt zu untersuchen und die Ergebnisse transparent zu machen. Die Steirerinnen und Steirer müssen wissen können, wie es um ihre Böden und ihr Grundwasser steht.“

Sauberes Wasser beginnt vor der eigenen Haustür

Grundwasser ist in der Steiermark die wichtigste Quelle für unser Trinkwasser. Was heute im Boden landet, kann morgen aus dem Wasserhahn kommen. Deshalb geht das Thema alle an: Familien, Landwirtinnen und Landwirte, Gemeinden. Verlässliche Messdaten helfen, Risiken früh zu erkennen und gezielt gegenzusteuern.