Palais Attems: Kulturerbe soll in öffentlicher Hand bleiben

Palais Attems in Graz: Öffnen statt verkaufen

Das Palais Attems in der Grazer Sackstraße ist eines der wertvollsten Baudenkmäler der Steiermark. Jetzt könnte es verkauft werden, um Löcher im Landesbudget zu stopfen. Mit Kulturlandesrat Karlheinz Kornhäusl stellt sich nun auch ein ÖVP-Regierungsmitglied gegen diese Pläne. Die Grünen nehmen ihn beim Wort und setzen sich dafür ein, das Palais für alle zu öffnen, statt es aus der Hand zu geben.

Ein Stück Steiermark, das allen gehört

Barocke Deckenfresken, prunkvolle Säle, über 300 Jahre Geschichte: Das Palais Attems ist mehr als eine Immobilie. Es ist ein Ort, an dem Kunst und Kultur zu Hause sind und der seit Jahrzehnten im Besitz des Landes, also der Steirerinnen und Steirer, ist.

Dass sich Kulturlandesrat Kornhäusl öffentlich gegen einen Verkauf ausspricht, sieht Grünen-Klubobfrau Sandra Krautwaschl als wichtiges Signal: „Das Palais Attems gehört den Steirerinnen und Steirern. Wir sind nicht bereit, dieses einzigartige Kulturerbe an irgendwelche Superreichen zu verscherbeln, nur weil die Landesregierung ihre Budgetprobleme nicht in den Griff bekommt.“

Für Krautwaschl ist klar: Was über Generationen bewahrt wurde, darf nicht für einen kurzfristigen Geldsegen aufs Spiel gesetzt werden.

Palais Attems öffnen statt verkaufen

Kornhäusl hat angeregt, das Palais künftig stärker kulturell zu nutzen. Die Grünen unterstützen diesen Weg ausdrücklich. „In diesem Haus steckt unglaublich viel Potenzial“, sagt Krautwaschl. „Schulklassen, Familien, Kulturinteressierte und Gäste aus aller Welt könnten diesen besonderen Ort erleben.“

Ihr Vorschlag: das Palais gemeinsam mit den Kulturinstitutionen, die dort bereits zu Hause sind, mit Leben füllen. Ein offenes Haus also, in dem Menschen Geschichte erleben, statt vor verschlossenen Türen zu stehen.

Warum ein Verkauf den Zugang gefährdet

Selbst wenn neue Eigentümer versprechen, das Palais zugänglich zu halten – gesichert wäre das nicht. Ein Versprechen ist kein dauerhaftes Recht. Nur solange das Gebäude in öffentlicher Hand bleibt, kann die Steiermark sicherstellen, dass alle Menschen diesen Ort auch in Zukunft betreten können.

Was läuft hinter den Kulissen?

Gleichzeitig wollen die Grünen wissen, wie weit die Verkaufspläne bereits gediehen sind. Krautwaschl stellt der Landesregierung dazu klare Fragen:

  • Gibt es bereits Vorgespräche oder Absprachen mit möglichen Käufern?
  • Wenn ja: Mit wem, und wie weit sind diese fortgeschritten?

„Die Landesregierung soll offenlegen, was hinter den Kulissen läuft“, so Krautwaschl. „Es wäre ein falsches Spiel, die betroffenen Kulturinstitutionen im Unklaren zu lassen, während womöglich längst über einen Verkauf verhandelt wird.“

Jetzt braucht es eine klare Entscheidung

Mit Kornhäusls Widerstand gibt es nun auch innerhalb der Landesregierung eine Stimme für den Erhalt. Krautwaschl appelliert an ihn, seinen Worten Taten folgen zu lassen und sich in der Regierung durchzusetzen. „Das Palais Attems soll ein Haus für alle bleiben und nicht zum exklusiven Schmuckstück einiger weniger werden.“