Ewigkeitschemikalie TFA: Wie sicher ist das Grundwasser in der Steiermark?
Sie ist unsichtbar, geschmacklos und sie bleibt: Die Ewigkeitschemikalie Trifluoressigsäure, kurz TFA, reichert sich zunehmend im österreichischen Grundwasser an. Neue Daten von GLOBAL 2000 zeigen, dass sich die Werte innerhalb von rund fünf Jahren im Schnitt mehr als verdoppelt haben. Auch in der Steiermark liegen mehrere Messstellen über dem gesundheitlichen Schwellenwert für Trinkwasser. Grünen-Klubobfrau Sandra Krautwaschl bringt das Thema deshalb am 29. September in den Landtag.
Was TFA so problematisch macht
Trifluoressigsäure gehört zur Gruppe der sogenannten Ewigkeitschemikalien. Der Name sagt bereits, worum es geht: Einmal in der Umwelt, wird TFA kaum abgebaut. Die Chemikalie reichert sich im Wasserkreislauf an und lässt sich nur mit großem Aufwand wieder aus dem Wasser entfernen. Gleichzeitig wird sie gesundheitlich zunehmend kritischer bewertet.
Für Sandra Krautwaschl ist klar, warum das alle betrifft: „Sauberes Wasser ist eine unserer wichtigsten Lebensgrundlagen. Deshalb sind die neuen Daten von GLOBAL 2000 alarmierend. Auch für die Steiermark. Darum werden wir das Thema im Land auf die Tagesordnung bringen. Wir wollen wissen, wie die Landesregierung diese Entwicklung bewertet, was sie darüber weiß und was sie zum Schutz unseres Grundwassers unternimmt.“
Auffällige TFA-Werte auch im steirischen Grundwasser
Wie die Lage in der Steiermark aussieht, zeigt das Regional-Factsheet von GLOBAL 2000: 2024 wurde das steirische Grundwasser an 17 Messstellen auf TFA untersucht. An sieben davon lagen die Werte über dem gesundheitlichen Schwellenwert für Trinkwasser von 2,2 Mikrogramm pro Liter.
Besonders auffällig ist Großsteinbach in der Oststeiermark: Dort wurden 9,30 Mikrogramm TFA pro Liter gemessen – mehr als das Vierfache des Schwellenwerts.
Woher kommt die Chemikalie?
Die Auswertung liefert auch erste Hinweise darauf, wo genauer hingeschaut werden sollte. Besonders hohe TFA-Werte treten in stark landwirtschaftlich geprägten Regionen auf. Und dort, wo viel TFA gemessen wurde, waren häufig auch Pestizidrückstände und Nitratwerte erhöht.
Für die Grünen ist deshalb zentral, die Herkunft der Chemikalie im steirischen Grundwasser genau zu klären. Denn nur wer die Quellen kennt, kann wirksam gegensteuern.
Diese Fragen richten die Grünen an Landesrätin Schmiedtbauer
Mit einer Dringlichen Anfrage an die zuständige Landesrätin Simone Schmiedtbauer wollen die Grünen in der Landtagssitzung am 29. September Klarheit schaffen. Sie wollen unter anderem wissen:
- wie die Landesregierung den Anstieg der TFA-Werte bewertet,
- ob dem Land weitere Messdaten zum steirischen Grundwasser vorliegen,
- wie besonders belastete Gebiete untersucht werden,
- und was getan werden kann, damit künftig weniger Ewigkeitschemikalien ins Grund- und Trinkwasser gelangen.
Sauberes Wasser für die nächsten Generationen
Für Krautwaschl geht es dabei um weit mehr als um Messwerte in einer Tabelle. Wasser, das heute belastet wird, begleitet uns über Jahrzehnte, genau das macht Ewigkeitschemikalien so heikel. Umso wichtiger ist es, dass das Land jetzt hinschaut und handelt.
„Mit einem ‚Ist eh alles gut‘ werden wir uns nicht abspeisen lassen. Wenn die Werte innerhalb weniger Jahre so deutlich steigen, erwarten wir von der zuständigen Landesrätin Schmiedtbauer, dass sie genau erklärt, wie das Land gegensteuern will. Unser Wasser soll auch für unsere Kinder und Enkelkinder sauber bleiben“, sagt Krautwaschl.

