Dürre und Hitze: Regenwasser als wertvolle Ressource nutzen

Dürre und Hitze: Regenwasser als wertvolle Ressource nutzen

Flächendeckende Dürre in der Südoststeiermark: Ein Lokalaugenschein beim Projekt Cambium in Fehring zeigt, wie Regenwasser nachhaltig genutzt werden kann. Die Grünen fordern rasches Handeln der Landesregierung, um Wasser in der Landschaft zu halten.

Historische Dürre erfasst die gesamte Steiermark

Die außergewöhnliche Trockenheit hat heuer erstmals nicht nur einzelne Regionen, sondern große Teile der Steiermark flächendeckend erfasst. Die Grünen sehen dringenden Handlungsbedarf in Sachen Klimaschutz und Klimawandelanpassung und fordern entschlossene Maßnahmen der Landesregierung. Ein Lokalaugenschein beim Projekt Cambium in Fehring zeigt beispielhaft, wie Regen- und Gebrauchswasser nachhaltig wiederverwendet werden können.

Landwirtschaft unter Druck: 50 Prozent weniger Niederschlag

Beim gemeinsamen Pressegespräch in Fehring berichtete der Grüne Gemeinderat und Biobauer Ernst Heuberger von den aktuell enormen Herausforderungen in der Landwirtschaft: Seit August 2025 gibt es in den Grünlandregionen um 50 Prozent weniger Niederschläge, wobei der schneearme Winter der bedeutendste Faktor ist. Die extreme Trockenheit im April machte eine Noternte der Dauerwiesen notwendig. Auf Südhängen und seichtgründigen Böden werden Ernteeinbußen von bis zu 80 Prozent befürchtet. Auch im Ackerbaugebiet kann von durchschnittlich 20 Prozent Ertragsverlust ausgegangen werden, für Kulturen wie Soja und Mais sind Niederschläge für eine normale Entwicklung jetzt dringend notwendig.

Für Heuberger ist ein nachhaltiger Umgang mit den natürlichen Ressourcen entscheidend: „Die wichtigste Aufgabe für uns Bauern wird sein, das Wasser in der Landschaft zu halten. Renaturierung ist dabei einer der Schlüssel für lebendige, humusreiche Böden, auf denen auch bei zunehmender Trockenheit noch Lebensmittel wachsen.“ 

Cambium in Fehring: Vorzeigeprojekt für Wassermanagement

Ein Vorzeigeprojekt für nachhaltiges Wassermanagement ist das Gemeinschaftsprojekt Cambium am ehemaligen Kasernengelände in Fehring. Dort wurden bereits zahlreiche Maßnahmen umgesetzt:

  • Regenwasserteiche und Versickerungsflächen speichern Niederschläge, die für Bewässerung genutzt werden
  • am ehemaligen Truppenübungsplatz sorgt eine Streuobstwiese für Artenvielfalt
  • dauerhaft begrünte Flächen verbessern die Versickerung und verringern die Bodenerosion
  • ökologische Landwirtschaft und Humusaufbau verbessern die Wasserspeicherfähigkeit des Bodens und reduzieren den Bewässerungsbedarf

Im Rahmen eines EU-Projekts werden zudem naturbasierte Lösungen und innovative Technologien erforscht, um Landwirtschaft klimaangepasster und ressourcenschonender zu gestalten. Das Forschungsprojekt geht der Frage nach, wie Regen- und Abwasser sinnvoll genutzt und wieder in den Kreislauf der Landwirtschaft zurückgeführt werden können.

Klubobfrau Sandra Krautwaschl bedankte sich bei Cambium für den ausführlichen Lokalaugenschein und das große Engagement:

„Cambium zeigt eindrucksvoll, wie nachhaltiges Leben funktionieren kann. Hier wird vorgemacht, wie aus einer ehemaligen Kaserne ein Ort der Gemeinschaft, der Innovation und des verantwortungsvollen Umgangs mit unseren natürlichen Ressourcen entsteht. Wasser wird hier nicht einfach verbraucht, sondern als wertvolle Ressource in natürlichen Kreisläufen gedacht: durch Regenwasserrückhalt, Humusaufbau und eine Landschaft, die Wasser speichert statt ableitet. Solche Projekte machen Mut und zeigen, dass ein gutes Zusammenleben und Klimawandelanpassung Hand in Hand gehen können.“

— Klubobfrau Sandra Krautwaschl

Die Forderungen der steirischen Grünen im Überblick

  • Überarbeitung der Strategie zur Klimawandelanpassung – insbesondere in den Bereichen Wasser, Landwirtschaft und Katastrophenvorsorge
  • Hitzeschutzpläne für Gemeinden, vulnerable Gruppen und Schulen
  • Sicherung der Trinkwasserversorgung
  • Verhinderung von Nutzungskonflikten beim Wasser
  • Transparentes Monitoring von Wasserentnahmen
  • Anreizsysteme, um Wasser verstärkt in der Landschaft zu halten
  • Unterstützungsprogramme für klimaresiliente Landwirtschaft
  • Renaturierung als Dürre- und Hochwasserschutz: Flüsse, Auen und Feuchtgebiete als natürliche Wasserspeicher nutzen
  • Deutliche Reduktion von Bodenverbrauch und Bodenversiegelung
  • Rascher Ausbau der Erneuerbaren Energien
  • Abbau von klimaschädlichen Förderungen