Hangrutsch Graßnitzberg: Wer zahlt am Ende?

Hangrutsch am Graßnitzberg: Die offene Frage nach der Verantwortung

Monatelang war die Südsteirische Weinstraße nach einem Hangrutsch gesperrt, die Sicherung kostete das Land über 600.000 Euro. Ein neues Gerichtsgutachten sorgt jetzt für Diskussionen und wirft die Frage auf, wer für den Schaden aufkommen soll. Die Grünen Steiermark setzen sich dafür ein, dass am Ende nicht allein die Steuerzahler:innen zur Kasse gebeten werden.

Ein Hang, der schon lange Warnsignale sendet

Der Graßnitzberg an der Südsteirischen Weinstraße ist keine unbekannte Größe. Für einen neuen Weingarten in Steilhanglage wurde vor einigen Jahren ein schutzwaldartiger Bestand gerodet, kurz darauf geriet der Hang in Bewegung. Am Ende gab auch die jahrhundertealte Landesstraße nach.

Lambert Schönleitner kennt die Situation aus erster Hand. Er war schon vor dem Abrutschen der Straße vor Ort: „Ich habe mir die Situation damals selbst angeschaut. Der Hang war dramatisch in Bewegung, es waren enorme Sicherungsarbeiten notwendig.“

Neues Gutachten, alte Fragen

Aktuelle Medienberichte zum laufenden Verfahren bezeichnet Schönleitner als „befremdlich und für viele vor Ort kaum nachvollziehbar“. Für ihn ist schwer erklärbar, dass die Rodung des Schutzwaldes, die Anlage des Weingartens in Steillage und das spätere Abrutschen der Straße in keinem Zusammenhang stehen sollen.

Eine ausführliche Bilddokumentation und Chronologie der Ereignisse zeigt: Schon vor dem Straßeneinbruch gab es unterhalb massive Hangbewegungen – gearbeitet wurde trotzdem weiter.

Die Grünen setzen sich für Transparenz ein 

Schönleitner geht es nicht um eine Vorverurteilung im laufenden Verfahren. Ihm ist wichtig, dass die Verantwortung dort geklärt wird, wo sie liegt – sei es bei den Genehmigungsbehörden oder beim Weinbaubetrieb, falls Auflagen nicht eingehalten wurden. Damit stärken die Grünen den verantwortungsvollen Umgang mit unserem Boden und unseren natürlichen Lebensgrundlagen – ein Thema, das weit über den Graßnitzberg hinausreicht.

„Niemand kann ernsthaft wollen, dass am Ende ausschließlich die steirischen Steuerzahlerinnen und Steuerzahler mehr als 600.000 Euro zahlen, während alle anderen völlig unbeschadet aus der Sache herausgehen.“

Aufarbeitung als nächster Schritt

Sollte das Land die Kosten am Ende allein tragen müssen, bringen die Grünen eine umfassende politische und rechtliche Aufarbeitung ins Spiel. Für Schönleitner ist klar: Ein Naturereignis allein erklärt nicht, warum eine über zweitausend Jahre alte Straße abrutscht.

„Die Menschen haben ein Recht darauf zu erfahren, wer was wann genehmigt, geprüft, gewusst und entschieden hat.“