„Homeoffice ersetzt keine Kinderbetreuung“: Kritik an Aussagen der Landesregierung
Das Thema Kinderbetreuung betrifft den Alltag tausender Familien in der Steiermark. Umso größer ist die Aufregung über eine aktuelle Stellungnahme der Landesregierung. Darin wird Homeoffice als möglicher Grund für sinkenden Betreuungsbedarf genannt. Für die Grünen ist das ein klarer Realitätsverlust.
Kritik an Einschätzung zum Betreuungsbedarf
Die Diskussion rund um die Kinderbetreuung in der Steiermark spitzt sich zu. Auslöser ist der Maßnahmenbericht der Landesregierung zum Prüfbericht des Landesrechnungshofes. Dieser hatte empfohlen, den Rückgang der Betreuungsquoten genau zu analysieren und gezielt gegenzusteuern.
In der Stellungnahme von FPÖ und ÖVP wird jedoch argumentiert, dass durch Telearbeit der Eltern der Bedarf an längeren Betreuungszeiten tendenziell sinke. Eine Einschätzung, die bei den Grünen auf deutliche Kritik stößt.
Veronika Nitsche, Familiensprecherin der Grünen, findet klare Worte:
„Das ist eine unfassbare Frechheit gegenüber tausenden Familien und geht an der Lebensrealität der Menschen völlig vorbei.“
Alltag von Familien wird ausgeblendet
Für viele Eltern sei Homeoffice keine Entlastung, sondern eine zusätzliche Herausforderung. Kinderbetreuung und Erwerbsarbeit gleichzeitig zu leisten, funktioniere in der Praxis nur eingeschränkt.
„Damit wird Eltern im Homeoffice de facto gesagt: Macht die Betreuung eurer Kinder einfach nebenbei“, so Nitsche. Gerade für berufstätige Familien sei eine verlässliche und qualitativ hochwertige Betreuung entscheidend – für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ebenso wie für die Entwicklung der Kinder.
Klare Erwartungen vor Landtagssitzung
Vor der kommenden Landtagssitzung am 28. April erhöht sich der politische Druck. Die Grünen erwarten eine klare Reaktion der zuständigen Regierungsmitglieder. Nitsche fordert:
- eine öffentliche Entschuldigung
- die Rücknahme der umstrittenen Aussage
- eine Überarbeitung des Maßnahmenberichts
Aus ihrer Sicht müsse der Bericht zurück in den Ausschuss, um sachlich korrigiert zu werden. Ziel sei eine Politik, die sich an der Lebensrealität der Menschen orientiert und konkrete Verbesserungen für Familien schafft.

