Stadtwerke Judenburg: Rechnungshof deckt hohe Gagen auf

Millionen-Gagen bei den Stadtwerken Judenburg: Rechnungshof deckt Schieflage auf

Ein neuer Prüfbericht des Landesrechnungshofes regt die Debatte um die Stadtwerke Judenburg an. Fast 1,2 Millionen Euro Personalaufwand entfielen 2024 allein auf drei Führungskräfte – während rund 21 weitere Vollzeitstellen in der Verwaltung mit etwa 2 Millionen Euro auskommen mussten. Für die Grünen ist das mehr als eine Randnotiz: Sie sehen darin ein Beispiel dafür, wie wichtig eine transparente und verantwortungsvolle Struktur bei kommunalen Unternehmen ist. Gerade dort, wo es um Strom, Wasser und Abwasser für die Menschen vor Ort geht.

Was der Prüfbericht zeigt

Der veröffentlichte Bericht des Landesrechnungshofes wirft ein scharfes Licht auf die Personalkosten an der Spitze der Stadtwerke Judenburg. 2024 kosteten drei Führungskräfte in Summe fast 1,2 Millionen Euro. Zum Vergleich: Die übrigen gut 21 Vollzeitstellen in der Verwaltung schlugen gemeinsam mit rund 2 Millionen Euro zu Buche. Damit steht ein erheblicher Teil des Personalbudgets einer sehr kleinen Gruppe an der Unternehmensspitze gegenüber.

Grünen-Kontrollsprecher Lambert Schönleitner findet dafür deutliche Worte: „Da ist ganz offensichtlich etwas aus dem Lot geraten. Gerade die Sozialdemokratie, die ständig von Gerechtigkeit spricht, sollte sich fragen, wie sie solche Verhältnisse in einem stadteigenen Unternehmen erklären will. Noch dazu in einer Kommune, deren Finanzen massiv unter Druck stehen.“

Warum die Rechtsform eine Rolle spielt

Für Schönleitner liegt hinter den Zahlen ein grundsätzliches Problem: die Organisationsform der Stadtwerke Judenburg als Aktiengesellschaft. Diese Kritik bringt er schon länger ein.

„Eine Aktiengesellschaft ist für einen kommunalen Dienstleister die falsche Rechtsform. Bei Strom, Wasser, Abwasser, Müllentsorgung oder Bestattung geht es um Daseinsvorsorge für die Menschen vor Ort“, so Schönleitner. Sein Vorschlag: eine GmbH-Struktur, die der Gemeinde als Alleineigentümerin mehr Einfluss und mehr Verantwortung ermöglicht.

Konkret spricht sich Schönleitner dafür aus, dass eine Gemeinde, die ein Unternehmen zu 100 Prozent besitzt, dort auch entsprechend mitbestimmen können soll. Bei einer Aktiengesellschaft ist das nur eingeschränkt möglich, bei einer GmbH deutlich direkter.

Daseinsvorsorge betrifft alle

Was oft technisch klingt, hat sehr konkrete Auswirkungen auf den Alltag der Menschen in Judenburg: Wer für den eigenen Wasseranschluss zahlt, wer die Müllabfuhr organisiert oder wer die Abwasserentsorgung sicherstellt, das sind Leistungen, auf die sich die Bevölkerung verlassen können muss, unabhängig davon, wie es um das Unternehmen intern steht.