Selbstbehalt beim Arzt? Grüne Steiermark sagen Nein

Selbstbehalt beim Arzt? Warum die Steiermark jetzt Klarheit braucht

Die Aussage von Wirtschafts- und Finanzlandesrat Willibald Ehrenhöfer über mögliche Selbstbehalte im Gesundheitssystem sorgt für Verunsicherung. Müssen Patientinnen und Patienten künftig zusätzlich zahlen, wenn sie medizinische Hilfe brauchen? Nach aktuellen Aussagen aus der Landesregierung drängen die Grünen Steiermark auf ein klares Bekenntnis zur solidarisch finanzierten Gesundheitsversorgung. Denn der Zugang zu Ärztinnen und Ärzten darf keine Frage des Einkommens sein.

Selbstbehalt im Gesundheitssystem: Sorge um soziale Gerechtigkeit

Ausgelöst wurde die Debatte durch Aussagen von Wirtschafts- und Finanzlandesrat Willibald Ehrenhöfer, der Selbstbehalte für medizinische Behandlungen ins Spiel brachte.

Für Klubobfrau Sandra Krautwaschl ist das ein falsches Signal. „Schon heute erleben viele Menschen, dass im Gesundheitssystem immer öfter die Kreditkarte schneller hilft als die E-Card. Und ausgerechnet jetzt sollen Patientinnen und Patienten zusätzlich zahlen? Das ist alarmierend“, so Krautwaschl. Gerade in wirtschaftlich angespannten Zeiten stehe viel auf dem Spiel: Wer beim Arztbesuch sparen müsse, verschiebe Behandlungen – mit möglichen Folgen für die eigene Gesundheit.

Solidarische Gesundheitsversorgung ohne Selbstbehalt

In einem selbstständigen Antrag im Landtag sprechen sich die Grünen klar gegen Selbstbehalte im öffentlichen Gesundheitssystem aus.

Der Antrag hält fest:

  • Gesundheitsversorgung soll einkommensunabhängig zugänglich bleiben
  • Keine finanziellen Hürden für notwendige Behandlungen
  • Klare Positionierung des Landtags gegen Selbstbehalte
  • Einsatz der Landesregierung auf Bundesebene für den Erhalt des solidarischen Systems

Das österreichische Gesundheitssystem basiert auf einem einfachen Prinzip: Beiträge werden nach Leistungsfähigkeit eingehoben, Leistungen nach Bedarf gewährt. Dieses Solidaritätsprinzip habe sich bewährt – besonders für Familien, ältere Menschen und chronisch Kranke.

„Selbstbehalte sind keine Standortstrategie“

Mit Blick auf die wirtschaftspolitische Argumentation stellt Krautwaschl klar: „Ein Land wird nicht wettbewerbsfähiger, indem man Menschen beim Arzt zur Kasse bittet. Selbstbehalte sind keine Standortstrategie.“

Für die Grünen geht es um Lebensqualität direkt vor der Haustür. Wer krank ist, soll sich auf rasche medizinische Hilfe verlassen können – ohne vorher zu überlegen, ob sich der Arztbesuch finanziell ausgeht. Gesundheit ist keine Ware, sondern Teil der sozialen Sicherheit. Gerade deshalb brauche es jetzt Klarheit und Verlässlichkeit.