Rollau: Grüne bleiben bei ihrem Nein zur Verbauung

Rollau: Warum die Grünen bei ihrem Nein bleiben

Ein rund 1.300 Quadratmeter großer Grünstreifen in der Rollau, ein Gemeinderatsbeschluss und eine Debatte, die nicht abreißt. Bürgermeister Erwin Dirnberger hatte den Grünen in Söding-St. Johann vorgeworfen, aus einer Kleinigkeit ein großes Thema zu machen. Die Grünen im Gemeinderat sehen das anders und bleiben bei ihrer Haltung: Für sie zählt nicht die Größe einer einzelnen Fläche, sondern das Prinzip dahinter. Denn Grünland verschwindet selten auf einen Schlag, sondern Schritt für Schritt.

Ein „schmaler Streifen“ mit großer Debatte

Ende Juni hat der Gemeinderat von Söding-St. Johann eine rund 1.300 Quadratmeter große Grünlandfläche in der Rollau in Industriegebiet umgewidmet. Für Bürgermeister Erwin Dirnberger ein kleiner, technischer Schritt, ein schmaler Streifen entlang eines tockenen Bachlaufs, der ein bestehendes Betriebsgelände ergänzen soll. Die Grünen im Gemeinderat stimmten dennoch dagegen und bleiben auch nach der Kritik des Bürgermeisters bei ihrer Linie.

Die Antwort auf die Kritik des Bürgermeisters

Genau an diesem Punkt setzt Grünen-Gemeinderat Michael Kaindl an: „Der Bürgermeister spricht von einem schmalen Streifen. Genau das ist der Punkt: Wenn jede einzelne Umwidmung als klein und unbedeutend dargestellt wird, ist am Ende trotzdem wieder Grünland weg.“ Sein Argument lässt sich leicht nachvollziehen: Kaum eine Umwidmung wirkt für sich genommen dramatisch. Erst in der Summe zeigt sich, wie viel Boden über die Jahre verloren geht – Boden, der Wasser speichert, Hitze abfedert und Raum für Landwirtschaft bietet.

Eine Richtungsfrage für die Gemeinde

Für Grünen-Gemeinderat Michel Max Kalas steckt hinter der Entscheidung mehr als eine einzelne Flächenwidmung. Es geht um die Frage, wie sich Söding-St. Johann künftig entwickeln will: „Bodenschutz gehört nicht in Sonntagsreden, sondern in Gemeinderatsbeschlüsse. Genau deshalb bleiben wir hier konsequent.“ Damit machen die Grünen deutlich, dass es ihnen nicht um Symbolpolitik geht, sondern um konkrete Entscheidungen im Gemeinderat. Dort, wo über die Zukunft von Grund und Boden tatsächlich entschieden wird.

Der Grüne Vorschlag bleibt: Flächencheck statt neuer Verbauung

Bereits im Vorfeld hatten die Grünen einen konstruktiven Gegenvorschlag eingebracht: einen verbindlichen Flächencheck, bevor über weitere Umwidmungen entschieden wird.

So sollen Betriebe passende Standorte finden, ohne dass automatisch neues Grünland verbaut wird. Wirtschaftliche Entwicklung und der Schutz natürlicher Lebensgrundlagen schließen sich für die Grünen nicht aus – im Gegenteil: Ein durchdachter Flächencheck kann beides verbinden.