Debatte um ORF-Stiftungsrat: Unwürdiger Auftritt des steirischen Landeshauptmannes im Fall Prantner
Der vom steirischen Landeshauptmann Kunasek entsandte ORF-Stiftungsrat Thomas Prantner sieht sich mit schweren Vorwürfen konfrontiert: neben politischen Interventionen geht es vor allem um Berichte über jahrelange sexuelle Belästigung. Alle Oppositionsparteien fordern Prantners Abberufung, selbst der Regierungspartner ÖVP geht auf Distanz. Landeshauptmann Kunasek hingegen sprach im April-Landtag Prantner weiterhin sein Vertrauen aus. Statt auf die Vorwürfe einzugehen, wich er aus und versuchte Prantner reinzuwaschen.
Scharfe Kritik an Wortmeldung des Landeshauptmanns
Deutliche Worte fand Klubobfrau Sandra Krautwaschl dazu: „So viele Ausreden und Ablenkungsmanöver habe ich von Mario Kunasek noch nie gehört. Das ist in dieser Situation eines Landeshauptmannes unwürdig“, so Krautwaschl.
„Finden Sie so ein Verhalten in Ordnung? Dazu haben Sie heute kein einziges Wort verloren. Was ist denn hier Ihr Maßstab?“ fragte Krautwaschl den Landeshauptmann mit Verweis auf die Belästigungsvorwürfe Prantners gegenüber einer ORF-Mitarbeiterin.
In dieser Causa geht es nicht darum, ob der Landeshauptmann Prantner formal abberufen kann. Es geht darum, dass hier ein moralisch und ethisch diskreditierter Stiftungsrat im Amt ist. Krautwaschl: „Prantner beruft sich darauf, dass er das Vertrauen des Landeshauptmannes hat. Dass dieses Vertrauen nicht entzogen wird, ist ein Skandal. Das geht sich nicht aus. Prantner muss gehen – besser heute als morgen.“
Abschließend betonte Krautwaschl: „Kunaseks Rede im Landtag war ein Schlag ins Gesicht für alle Gebührenzahlerinnen und Gebührenzahler – und für alle Frauen, die jeden Tag gegen Sexismus kämpfen. So darf Politik nicht aussehen.“
Am Ende blieb ein Landeshauptmann, der – nach der Debatte sichtlich angeschlagen – auf das Schlusswort verzichtete sowie das Bild einer FPÖ, die moralische Maßstäbe immer dann laut einfordert, solange es nicht um die eigenen Reihen geht.

