Hochwasserschutz Graz: Zeitplan laut Land verschoben

„Bitte warten“ beim Hochwasserschutz: Projekte in Graz verzögern sich

Hochwasserschutz soll Sicherheit geben – gerade in einer Stadt wie Graz, die immer wieder von Starkregen betroffen ist. Doch zentrale Schutzprojekte kommen langsamer voran als vereinbart. Neue Antworten der Landesregierung zeigen nun offen: Der Zeitplan wurde nach hinten verschoben. Für viele Grazer:innen bedeutet das weiter Unsicherheit bei jedem starken Regen.

Verzögerungen bei zwei wichtigen Schutzprojekten

In der Landtagssitzung vom Februar hat Grünen-Klubobfrau Sandra Krautwaschl Landesrätin Simone Schmiedtbauer zum Stand des Hochwasserschutzes in Graz befragt. Hintergrund sind Verzögerungen bei zwei besonders wichtigen Projekten:

  • dem Ausbau des Rückhaltebeckens Thalersee
  • dem vierten Bauabschnitt am Petersbach

Beide Maßnahmen gelten als zentral für den Schutz von Wohngebieten vor Überflutungen. Mehr dazu auch hier.

Thalersee: Baustart später, Fertigstellung frühestens 2027

Beim Rückhaltebecken Thalersee war ursprünglich ein Baustart im Frühjahr 2026 vereinbart. In der Landtagssitzung wurde jedoch bekannt:
Erst im Herbst 2026 sollen Ausschreibungen für weitere Arbeiten erfolgen. Die Fertigstellung ist nun frühestens für 2027 vorgesehen.

„Wenn ein Baustart später beginnt und ein Projekt später fertig wird als vereinbart, dann ist es verschoben – egal, wie die Landesrätin das nennt“, sagt Sandra Krautwaschl. „Für die Menschen in Graz zählt nicht die Wortwahl, sondern wann der Schutz tatsächlich fertig ist.“

Ein Jahr Verzögerung bedeute für viele Betroffene ein weiteres Jahr Sorge bei jedem Starkregenereignis.

Petersbach: Keine klare zeitliche Zusage

Noch unklarer bleibt die Situation beim Petersbach. Hier blieb die Landesrätin eine konkrete zeitliche Zusage schuldig. Stattdessen verwies sie auf offene Verfahren und eine spätere Einreihung in das Bauprogramm des Landes.

„Unser Punkt war und ist einfach“, so Krautwaschl. „Hochwasserschutz ist eine zentrale Aufgabe des Landes. Entscheidend ist, dass vereinbarte Schutzmaßnahmen wie zugesagt umgesetzt werden – darauf müssen sich die Menschen verlassen können.“

Schutz darf nicht auf die lange Bank geschoben werden

Die Sorgen vieler Grazer:innen sind berechtigt. Gerade angesichts häufiger werdender Starkregenereignisse ist ein verlässlicher Zeitplan entscheidend – für Sicherheit, Lebensqualität und Vertrauen in politische Zusagen. Hochwasserschutz ist kein abstraktes Infrastrukturprojekt, sondern betrifft den Alltag vieler Menschen direkt. Klar ist: Je länger Schutzmaßnahmen aufgeschoben werden, desto länger bleibt die Unsicherheit. Die Grünen Steiermark bleiben dran, damit zugesagte Projekte umgesetzt werden.