Grüne kritisieren mögliche Verlängerung des Kulturkuratoriums

Kulturkuratorium Steiermark: Grüne kritisieren mögliche Verlängerung

Die Funktionsperiode des umstrittenen Kulturkuratoriums der Steiermark endet am 31. Dezember. Statt das Gremium regulär neu zu bestellen, kann sich Kulturlandesrat Karlheinz Kornhäusl offenbar eine provisorische Weiterbestellung vorstellen. Die Grünen sehen darin ein falsches Signal an die Kulturszene und fordern mit einer Landtagsanfrage Aufklärung über die weitere Vorgangsweise.

Massive Proteste nach Abberufung von 13 Mitgliedern

Die vorzeitige Abberufung von 13 der 15 Mitglieder des Kulturkuratoriums sorgte im Vorjahr für massive Proteste. Kritisiert wurden vor allem die parteipolitische Besetzung, mangelnde fachliche Expertise und fehlende Vielfalt im Gremium. Tausende Menschen gingen auf die Straße, fast 12.000 unterstützten eine Petition für eine unabhängige Kulturpolitik in der Steiermark.

Nun steht die nächste Entscheidung an. Im Interview mit der Kleinen Zeitung erklärte Kornhäusl, er könne sich eine provisorische Weiterbestellung vorstellen.

Nitsche: “Chance für einen Neustart nutzen”

Die Grüne Kultursprecherin Veronika Nitsche widerspricht deutlich: “Die Besetzung des Kulturkuratoriums hat im Vorjahr tausende Menschen auf die Straße gebracht. Jetzt bietet sich die Gelegenheit für einen Neustart. Aber was macht der Landesrat? Er denkt darüber nach, einfach alles beim Alten zu lassen. Das kann doch nicht die Antwort auf die massive Kritik aus der Kulturszene sein.”

Landtagsanfrage: Welche Kriterien gelten in Zukunft?

Die Grünen haben dazu eine schriftliche Anfrage an Kulturlandesrat Kornhäusl gerichtet. Sie wollen unter anderem wissen:

  • Nach welchen Kriterien soll das Kulturkuratorium ab 2027 bestellt werden?
  • Wie kann parteipolitischer Einfluss zurückgedrängt werden?

Den gesamten Text der schriftlichen Anfrage gibt es HIER.

Fachliche Qualifikation statt Parteibuch

Das Kulturkuratorium spielt eine zentrale Rolle bei der Vergabe von Kulturförderungen in der Steiermark. Entsprechend wichtig ist für die Grünen, wer in diesem Gremium sitzt. “Es geht hier nicht um irgendein Gremium, sondern um jene Menschen, die bei der Vergabe von Kulturförderungen eine wichtige Rolle spielen. Da muss die fachliche Qualifikation zählen und nicht das Parteibuch. Der Landesrat hat jetzt die Chance, verlorenes Vertrauen zurückzugewinnen. Die sollte er nicht verstreichen lassen”, betont Veronika Nitsche.