Gleichstellung Steiermark 2025: Frauen weiter benachteiligt

Gleichstellung 2025: Warum Frauen in der Steiermark weiter benachteiligt sind

Die aktuellen Zahlen zur Gleichstellung in der Steiermark zeichnen ein ernüchterndes Bild. Frauen verdienen weniger, arbeiten häufiger Teilzeit und sind stärker von Gewalt betroffen. Die neue Statistik „Gleichstellung in Zahlen 2025“ zeigt: Wirkliche Fortschritte bleiben aus. Für die Grünen ist klar, dass es jetzt konkrete Verbesserungen im Alltag der Steirerinnen braucht.

Gleichstellung in der Steiermark: Kaum Fortschritte seit 2022

„Es ist erschreckend, wie wenig sich seit der letzten Statistik 2022 in der Steiermark in Sachen Gleichstellung verbessert hat“, sagt Frauensprecherin Veronika Nitsche. „Im Gegenteil: In einigen Bereichen gibt es sogar einen Rückschritt.“ Besonders deutlich wird das bei der Teilzeitquote. Aufgrund von Kinderbetreuung oder Pflege von Angehörigen arbeiten heute noch mehr Frauen Teilzeit als vor fünf Jahren.

Ein Blick in die Zahlen:

  • Der Anteil der Frauen in Teilzeit stieg von 51,1 % (2021) auf 55,6 % (2024).
  • 95 % der Männerkarenzen dauerten nur drei Monate (2022: 92,5 %).
  • Der Anteil der Bürgermeisterinnen stagnierte nahezu – von 8,7 % auf 8,8 %.

Diese Entwicklungen zeigen: Gleiche Rechte bedeuten noch lange nicht gleiche Chancen im Alltag.

Kinderbetreuung als Schlüssel für echte Gleichstellung

Für die Grünen liegt ein zentraler Hebel bei der Kinderbetreuung – vor allem in ländlichen Regionen. Immer mehr junge Frauen wandern ab, weil Betreuungsangebote fehlen und Beruf und Familie schwer vereinbar sind. 

Was es aus Sicht der Grünen braucht:

  • Einen garantierten Kinderbetreuungsplatz für jedes Kind
  • Flexible Öffnungszeiten
  • Gute Anbindung an den öffentlichen Verkehr

Das stärkt nicht nur Frauen, sondern ganze Gemeinden – und damit die Lebensqualität direkt vor der Haustür.

> Hier zum 6-Punkte-Plan für eine bessere Kinderbetreuung in der Steiermark.

Diskussion um Wehrpflicht geht an Realität vorbei

Vor diesem Hintergrund stößt der Vorstoß von Landeshauptmann-Stellvertreterin Khom zur Ausweitung der Wehrpflicht auf Frauen auf Kritik.

„Über eine Ausweitung der Wehrpflicht auf Frauen können wir gerne dann diskutieren, wenn wir tatsächliche Gleichstellung von Männern und Frauen in allen Lebensbereichen erreicht haben“, sagt Nitsche.

Solange Frauen den Großteil unbezahlter Arbeit leisten und strukturelle Benachteiligung erleben, brauche es Lösungen für bestehende Ungleichheiten – nicht zusätzliche Verpflichtungen.

Grün hält Frauen den Rücken frei

Mit der Kampagne „Grün hält Frauen den Rücken frei“ unterstreicht der Landtagsklub der Grünen seine frauenpolitische Schwerpunktsetzung. Ziel ist es, Rahmenbedingungen zu schaffen, die Frauen echte Wahlfreiheit ermöglichen – im Beruf, in der Familie und im öffentlichen Leben.

Gleichstellung ist kein Nischenthema. Sie betrifft Einkommen, Sicherheit, Mobilität und Zukunftsperspektiven in allen Regionen der Steiermark. Die aktuellen Zahlen sind ein klarer Auftrag, strukturelle Hürden abzubauen und konkrete Verbesserungen umzusetzen.

Die Statistik „Gleichstellung in Zahlen 2025“ macht deutlich: Es braucht entschlossene Schritte für gleiche Chancen in der Steiermark. Wenn Frauen gute Arbeitsbedingungen, verlässliche Kinderbetreuung und faire Bezahlung vorfinden, profitieren davon Familien, Gemeinden und die gesamte Gesellschaft.