Anhaltende Dürre: Bauernhöfe brauchen langfristige Hilfe

Dürre setzt Bauernhöfe unter Druck: Was jetzt langfristig helfen kann

Die anhaltende Trockenheit trifft viele steirische Bauernhöfe hart. Vor allem im Grünland fehlen Futter und Reserven, auf manchen Betrieben werden bereits Tiere abgegeben. Andreas Lackner, Obmann der Grünen Bäuerinnen & Bauern, begrüßt angekündigte Soforthilfen – sieht darin aber nur einen „Tropfen auf dem heißen Stein“. Entscheidend ist, Betriebe langfristig widerstandsfähiger gegen Trockenperioden zu machen.

Soforthilfe lindert Verluste – löst das Problem aber nicht

Wo Regen über längere Zeit ausbleibt, geraten landwirtschaftliche Betriebe rasch unter Druck. Besonders betroffen sind Höfe, die auf ausreichend Grünfutter für ihre Tiere angewiesen sind.

Aus Gesprächen mit Betroffenen schildert GBB-Obmann Andreas Lackner die angespannte Lage: Auf manchen Höfen seien große Teile der Ernte ausgefallen, Futter werde knapp und Tiere müssten bereits abgegeben werden.

„Das geht inzwischen an die Existenz unserer Höfe. Zahlungen durch Versicherungen oder die öffentliche Hand können maximal Verluste abfedern. An der eigentlichen dramatischen Situation der Betriebe ändert sich dadurch nichts“, so Lackner.

Bauernhöfe besser auf Trockenheit vorbereiten

Neben akuter Unterstützung braucht es aus Sicht der Grünen Bäuerinnen & Bauern deshalb längerfristige Lösungen. Landwirtschaftliche Betriebe sollen gezielt dabei unterstützt werden, sich an häufigere und längere Trockenperioden anzupassen.

Ziel ist, Betriebe nicht erst dann zu unterstützen, wenn Schäden bereits entstanden sind, sondern ihnen frühzeitig mehr Handlungsspielraum zu geben.

Gesunde Böden und Wasserspeicher als Teil der Lösung

Für Lackner gehört dazu auch ein neuer Blick auf Renaturierung und Naturschutz in der Landwirtschaft. Gesunde Böden und natürliche Rückhalteräume können Wasser aufnehmen, länger speichern und so helfen, Trockenperioden besser zu überstehen.

„Wir erleben gerade, dass Bäuerinnen und Bauern ihre gesamte Wirtschaftsweise infrage stellen, weil sie eine solche Trockenheit kein zweites Mal durchstehen wollen“, sagt Lackner.

Er warnt deshalb davor, Landwirtschaft und Renaturierung gegeneinander auszuspielen: „Gesunde Böden, natürliche Wasserspeicher und mehr Raum für die Natur sind keine Gegner der Landwirtschaft. Sie sind Teil ihrer Zukunft.“

Förderungen stärker auf Klimaanpassung ausrichten

Künftige Förderprogramme sollten landwirtschaftliche Betriebe nach Ansicht der Grünen Bäuerinnen & Bauern stärker beim notwendigen Umbau unterstützen. Entscheidend ist dabei, Lösungen an die jeweilige Region und Betriebsform anzupassen.

Denn die Herausforderungen unterscheiden sich: Ein Grünlandbetrieb braucht andere Antworten als ein Ackerbaubetrieb. Gemeinsam ist ihnen aber das Ziel, mit weniger Wasser besser durch längere Trockenphasen zu kommen und gleichzeitig die wirtschaftliche Existenz der Höfe zu sichern.

Die aktuelle Dürre zeigt, wie schnell fehlender Niederschlag für landwirtschaftliche Betriebe zur Existenzfrage werden kann. Soforthilfen können akute Verluste abfedern. Langfristig wird es aber darauf ankommen, Bauernhöfe dabei zu unterstützen, Wasser besser zu speichern, Böden gesund zu halten und sich auf veränderte klimatische Bedingungen einzustellen.