Bericht zum Rettungswesen: Qualität sichern statt sparen

Transparenz bringt Klarheit: Bericht zum Rettungswesen veröffentlicht

Monatelang war er fertig – nun ist er endlich öffentlich: Der Bericht zum steirischen Rettungswesen. Eine Initiative der Grünen hat dafür gesorgt, dass zentrale Erkenntnisse zur Notfallversorgung nicht länger unter Verschluss bleiben. Die Botschaft der Expert:innen ist klar: Wer die hohe Qualität im Rettungs- und Notarztwesen erhalten will, muss gezielt investieren statt sparen.

Bericht lag monatelang vor – ohne Information für den Landtag

Dass ein fachlich abgeschlossener Landesregierungsbericht über Monate weder dem Landtag noch dem Landesrechnungshof übermittelt wurde, sorgt für Kopfschütteln. Selbst bei einer Sitzung des zuständigen Unterausschusses im Dezember lagen keine schriftlichen Unterlagen vor. Inhalte wurden lediglich mündlich und vage dargestellt.

Erst eine Initiative der Grünen auf Basis des Informationsfreiheitsgesetzes brachte Bewegung in die Sache. Der Bericht liegt nun vollständig vor und kann öffentlich diskutiert werden.

„Ohne unsere Initiative würden wir wohl noch immer auf Transparenz warten“, sagt Lambert Schönleitner, Kontrollsprecher der Grünen Steiermark. „Das ist weder dem Landtag noch der Öffentlichkeit zumutbar.“

Klare Botschaft der Expert:innen: Sparen gefährdet Versorgung

Inhaltlich lässt der Bericht wenig Spielraum für Interpretationen. Die Expert:innen halten fest:
Wer die hohen Standards im steirischen Rettungswesen – besonders im sensiblen Notarztbereich – sichern will, darf keine Kürzungen vornehmen.

Die hohe Versorgungsqualität verursacht Kosten, verhindert aber schwere gesundheitliche Folgeschäden und spart langfristig Geld durch schnelle und wirksame Erstversorgung. Qualität im Rettungswesen ist damit nicht nur eine Frage der Sicherheit, sondern auch der Vernunft.

Ehrenamt als tragende Säule der Rettung

Besonders hervorgehoben wird im Bericht die enorme Bedeutung der ehrenamtlichen Arbeit in den Einsatzorganisationen. Diese ist regional tief verankert und leistet einen unschätzbaren Beitrag zur Versorgung der Bevölkerung.

Durch dieses Engagement werden Jahr für Jahr erhebliche Mittel eingespart – ein Aspekt, der bei künftigen Entscheidungen mitbedacht werden muss.

Effizienz statt Parallelstrukturen

Kritisch sehen die Expert:innen auch Überlegungen, Rettungsdienst und Krankentransport organisatorisch zu trennen. Laut Bericht würde das teure Parallelstrukturen schaffen und zu ineffizientem Ressourceneinsatz führen.

Stattdessen werden konkrete Verbesserungsmöglichkeiten aufgezeigt, etwa:

  • eine gemeinsam genutzte, unabhängige Einsatzzentrale für Rettung und Krankentransport
  • eine bessere und einheitlichere Datenlage als Grundlage für Planung und Steuerung

Diese Punkte sollen nun vertiefend weiterdiskutiert werden.

Nächster Schritt: Offene Debatte im Unterausschuss

Der vollständige Endbericht wird von den Grünen veröffentlicht und allen Landtagsklubs übermittelt. Damit ist der Weg frei für eine transparente und inhaltlich fundierte Behandlung im zuständigen Unterausschuss. 

„Jetzt braucht es eine sachliche Diskussion – im Interesse der Patientinnen und Patienten ebenso wie jener Menschen, die im Rettungswesen tagtäglich Verantwortung tragen.“
Grüner Landtagsabgeordneter Lambert Schönleitner im Landhaus in Graz
Lambert Schönleitner
Kontrollsprecher