Renaturierung in der Steiermark: Verantwortung übernehmen statt abschieben
Wasser in der Landschaft halten, Böden schützen, Gemeinden vor Hochwasser bewahren: Renaturierung gilt als eine der wichtigsten Antworten auf die Klimakrise. Umweltlandesrat Hannes Amesbauer erklärt nun, ohne Geld von Bund und EU werde die Steiermark keine zusätzlichen Schritte setzen.
Ein Amt, das Verantwortung mitbringt
Grünen-Klubobfrau Sandra Krautwaschl reagiert mit Verwunderung auf die Ankündigung von Umweltlandesrat Hannes Amesbauer. Er hatte erklärt, die Steiermark wird ohne Gegenfinanzierung durch Bund und EU „schlichtweg keine zusätzlichen Maßnahmen“ zur Renaturierung setzen.
Krautwaschl greift das zu kurz: „Hannes Amesbauer ist Umweltlandesrat der Steiermark, ob er will oder nicht. Mit diesem Amt kommt Verantwortung. Gerade bei einer der zentralen umweltpolitischen Aufgaben der nächsten Jahre reicht es nicht, sich abzuputzen und als Verweigerer zu inszenieren.“
Wer trägt die Kosten der Renaturierung?
Dass die Finanzierung der Renaturierung geklärt werden muss, sehen auch die Grünen so. Besonders wichtig ist ihnen dabei ein Punkt: Bäuerinnen und Bauern dürfen mit den Kosten nicht allein gelassen werden. Genau deshalb sehen die Grünen den Landesrat in der Pflicht, aktiv zu werden. „Amesbauer soll für ausreichend Geld und praktikable Lösungen kämpfen. Genau das ist seine Aufgabe als Landesrat. Dafür wird er schließlich bezahlt und nicht zum Raunzen“, bringt es Krautwaschl auf den Punkt. Die Grünen erwarten sich weniger ein Abwarten auf Wien oder Brüssel als vielmehr eigene Vorstöße des Landes, um praxistaugliche Modelle für Gemeinden und Landwirtschaft zu entwickeln.
Die eigene Landesregierung weiß es besser
Besonders bemerkenswert: Erst vor Kurzem hat die Landesregierung selbst festgehalten, welchen Stellenwert Renaturierung hat. Beim viel diskutierten Hitzegipfel wurde sie ausdrücklich als zentrales Instrument gegen Extremwetterereignisse wie Hitze, Dürre und Hochwasser genannt. Für Krautwaschl ist das der eigentliche Widerspruch: Die Landesregierung erkennt den Nutzen der Renaturierung an, tut sich aber schwer, daraus auch Taten folgen zu lassen.
Klimafolgen warten nicht auf Zuständigkeiten
Krautwaschl macht deutlich, warum aus ihrer Sicht keine Zeit zu verlieren ist: „Hitze, Dürre und Hochwasser werden nicht seltener, nur weil ein Landesrat die Zuständigkeit lieber nach Wien oder Brüssel abschiebt.“

