Dürre in der Steiermark: 13 Maßnahmen gegen Wassernotstand

Dürre in der Steiermark: Wie Wasser länger in der Landschaft bleiben soll

Ausgetrocknete Wiesen und Äcker, Futtermangel und vorgezogene Almabtriebe: Die anhaltende Dürre wird in der Steiermark zunehmend spürbar. Die Grünen legen 13 Maßnahmen gegen den Wassernotstand vor. Im Mittelpunkt steht eine einfache Idee: Regenwasser soll länger dort bleiben, wo es fällt – und damit Böden, Landwirtschaft, Natur und Trinkwasserversorgung stärken.

Wasser speichern, statt es rasch abfließen zu lassen

Längere Trockenperioden stellen die Steiermark vor große Herausforderungen. Gerade in der Landwirtschaft und auf den Almen zeigt sich, wie wichtig verfügbare Wasservorräte für Tiere, Pflanzen und Menschen sind.

„Wir können keinen Regen bestellen. Aber wir können sehr wohl dafür sorgen, dass das Wasser, das fällt, nicht sofort wieder aus unserer Landschaft verschwindet“, sagt Grünen-Klubobfrau Sandra Krautwaschl.

Die Grünen schlagen deshalb ein Bündel aus 13 Maßnahmen vor. Ihr gemeinsames Ziel: Wasser soll möglichst lange in der Landschaft gespeichert werden und vor Ort versickern können.

Dazu gehören unter anderem:

  • mehr Landschafts- und Speicherteiche
  • der Schutz und die Wiederherstellung von Mooren, Feuchtgebieten und Auen
  • bessere Möglichkeiten für landwirtschaftliche Betriebe, Regen- und Oberflächenwasser zu speichern
  • mehr Versickerung in Böden und Wäldern
  • Maßnahmen zur Stabilisierung der Grundwasservorräte
  • eine langfristige Absicherung der lokalen Trinkwasserversorgung

Gebündelt werden sollen die Vorhaben in einem eigenen Landesprogramm mit dem Titel „Wasser in der Landschaft halten“.

Moore, Böden und Wälder als natürliche Wasserspeicher

Ein wichtiger Teil der vorgeschlagenen Maßnahmen betrifft natürliche Wasserspeicher. Moore, Feuchtgebiete, Auen, gesunde Böden und Wälder können Wasser aufnehmen und langsamer wieder abgeben.

Das hilft nicht nur während Trockenperioden. Wenn mehr Wasser versickert, können sich auch Grundwasservorräte besser erneuern. Damit geht es langfristig um eine zentrale Lebensgrundlage: ausreichend Wasser für Haushalte, Landwirtschaft und Natur.

Weniger Hürden für Wasserspeicher und Renaturierung

Damit neue Speicher und Renaturierungsprojekte tatsächlich umgesetzt werden können, sollen aus Sicht der Grünen auch bestehende Regeln und Förderbedingungen überprüft werden. Wo Vorgaben sinnvolle Projekte unnötig erschweren, sollen sie angepasst werden.

Außerdem sieht die Initiative vor, geeignete Standorte für Wasserspeicher und Renaturierungsmaßnahmen in der gesamten Steiermark zu erfassen. Auch die Finanzierung soll langfristig abgesichert werden.

Wichtig ist dabei die Zusammenarbeit vor Ort: Gemeinden, Bäuerinnen und Bauern, Waldbesitzer, Wasserverbände und Naturschutzorganisationen sollen frühzeitig eingebunden werden. Denn Wasservorsorge funktioniert besonders dort, wo regionale Erfahrungen und gemeinsame Lösungen zusammenkommen.

13 Maßnahmen als Grundlage für konkrete Schritte

Die Grünen wollen mit ihrer Landtagsinitiative erreichen, dass die Steiermark besser auf zunehmende Trockenperioden vorbereitet ist.

„Die Politik hat bei der Klimakrise und ihren Folgen viel zu lange geschlafen. Die aktuelle Dürre zeigt, dass uns diese Zeit jetzt fehlt. Wir erwarten uns, dass sich die Landesregierung jetzt ernsthaft mit unseren Vorschlägen auseinandersetzt und daraus konkrete Schritte ableitet“, so Krautwaschl.