Damit erneuerbarer Strom nicht verloren geht: Grüne bringen Speicherstrategie für die Steiermark ein
Erneuerbare Energie wird in der Steiermark zunehmend ausgebaut – doch ohne ausreichende Speicher geht wertvoller Strom verloren. Die Grünen im Landtag wollen das ändern. Mit einer neuen Initiative soll die Landesregierung eine klare Speicherstrategie entwickeln, damit erneuerbare Energie besser genutzt und die Steiermark unabhängiger von internationalen Energiekrisen wird.
Warum Energiespeicher für die Energiewende entscheidend sind
Wind- und Sonnenenergie liefern sauberen Strom – allerdings nicht immer dann, wenn er gerade gebraucht wird. Genau hier kommen Energiespeicher ins Spiel: Sie machen erneuerbare Energie flexibel nutzbar, stabilisieren das Stromnetz und helfen, Preisschwankungen abzufedern.
Die Grünen im steirischen Landtag haben deshalb einen Antrag für eine umfassende Speicherstrategie eingebracht. Ziel ist es, vorhandene Technologien und regionales Know-how gezielt zu bündeln und die Energiewende in der Steiermark strategisch voranzubringen.
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Viel Know-how in der Steiermark – aber kein politischer Plan
Bereits im Juni 2025 erklärte Landesrätin Simone Schmiedtbauer, die Steiermark könne zur „Batterie Europas“ werden. Doch aus Sicht der Grünen fehlt bis heute eine konkrete Strategie, wie dieses Ziel erreicht werden soll. „Die Landesregierung redet von großen Visionen, aber liefert keinen Plan. Die jüngsten Entwicklungen am internationalen Energiemarkt zeigen eindrücklich, wie teuer dieses Zuwarten werden kann: Ohne Speicherstrategie bleibt die Steiermark abhängig von internationalen Krisen und Preissprüngen“, sagt Klubobfrau Sandra Krautwaschl.
Dabei ist das nötige Know-how im Land längst vorhanden. Unternehmen wie AVL und Forschungseinrichtungen wie die TU Graz arbeiten bereits intensiv an Technologien, die erneuerbare Energie speicherbar machen. Dazu gehören unter anderem:
- moderne Batteriesysteme
- Lösungen zur Stabilisierung des Stromnetzes
- Power-to-Heat-Technologien
- Power-to-Gas-Systeme
Diese Technologien helfen dabei, erneuerbare Energie dann verfügbar zu machen, wenn sie tatsächlich gebraucht wird.
Innovation bündeln und Versorgungssicherheit stärken
Für Krautwaschl liegt das Potenzial der Steiermark klar auf der Hand: Forschung, Wirtschaft und engagierte Menschen treiben die Energiewende bereits voran. „Wir haben die Betriebe, wir haben die Forschung, wir haben die Innovationskraft und sehr viele Menschen, die an der Energiewende mitwirken wollen. Was fehlt, ist ein politischer Rahmen, der all das bündelt und in eine klare Richtung lenkt“, betont Krautwaschl.
Aus Sicht der Grünen braucht es deshalb eine klare energiepolitische Strategie, die folgende Ziele verbindet:
- mehr Nutzung von erneuerbarem Strom
- höhere Versorgungssicherheit
- stabile Energiepreise
- regionale Wertschöpfung und Innovation
Speicherstrategie als Chance für Energieunabhängigkeit
Gerade die jüngsten Entwicklungen am internationalen Energiemarkt zeigen, wie wichtig eine stabile und unabhängige Energieversorgung ist. Energiespeicher können dazu beitragen, Strom aus Wind und Sonne besser zu nutzen und teure Energieimporte zu reduzieren. „Versorgungssicherheit entsteht nicht zufällig. Sie ist das Ergebnis klarer Entscheidungen. Jahrelang wurde der Netzausbau in der Steiermark nicht entsprechend forciert. Mit einer klugen Speicherstrategie könnte man zumindest einen Teil dieser Versäumnisse abfedern“, sagt Krautwaschl.
Für die Grünen ist klar: Die Steiermark hat alle Voraussetzungen, um bei Speichertechnologien eine führende Rolle einzunehmen – wenn die politischen Rahmenbedingungen stimmen.
Mit ihrem Antrag im Landtag wollen die Grünen genau diesen nächsten Schritt anstoßen: eine klare Strategie für Energiespeicher, die Innovation stärkt, erneuerbare Energie besser nutzbar macht und die Energieversorgung langfristig stabiler und unabhängiger gestaltet.

