Hochwasserschutz in Graz unter Druck: Verzögerungen kommen in den Landtag
Starkregen und Unwetter nehmen zu – umso wichtiger ist verlässlicher Hochwasserschutz. In Graz stehen nun zwei zentrale Schutzprojekte auf der Kippe. Die Grünen bringen die drohenden Verzögerungen kommende Woche in den Landtag und verlangen Klarheit von der zuständigen Landesrätin.
Zwei zentrale Projekte betroffen
Konkret geht es um Maßnahmen in besonders hochwassergefährdeten Grazer Stadtgebieten:
- Rückhaltebecken Thalersee: Der Ausbau war vorbereitet und sollte im Frühjahr 2026 starten. Nun wurde das Projekt von Landesseite für dieses Jahr gestrichen.
- Petersbach, 4. Bauabschnitt (Oberlauf): Hier scheint die Umsetzung für die laufende Gesetzgebungsperiode komplett auf Eis gelegt zu sein.
Beide Projekte waren politisch vereinbart und mit der Stadt Graz abgestimmt. Dennoch sollen sie infolge der aktuellen Budgetpolitik des Landes verschoben werden.
„Sicherheit darf nicht ins Wanken geraten“
Für die Klubobfrau der Grünen im Landtag, Sandra Krautwaschl, ist das ein ernstes Warnsignal: „Bei Unwettern mit Starkregen zählt für viele Menschen nur eine Frage: Bin ich geschützt? Diese Landesregierung bringt mit ihrer Politik diese Sicherheit ins Wanken.“
Gerade in einer Stadt wie Graz, in der viele Menschen in gefährdeten Gebieten leben, seien Verzögerungen beim Hochwasserschutz nicht zumutbar.
Befragung im Landtag soll Klarheit bringen
Weil sich die zuständige Landesrätin Simone Schmiedtbauer bisher ausweichend geäußert hat, bringt Krautwaschl das Thema nun offiziell in den Landtag. In einer Befragung will sie klären lassen, ob die beiden Projekte wie vereinbart umgesetzt werden oder nicht. „Die Menschen haben ein Recht auf eine ehrliche Antwort. Es geht nicht um Zuständigkeiten, sondern um konkrete Sicherheit“, so Krautwaschl.
Hochwasserschutz als Kernaufgabe des Landes
Die Grünen betonen: Hochwasserschutz ist keine optionale Ausgabe, sondern eine zentrale Aufgabe des Landes – gerade angesichts zunehmender Extremwetterereignisse. Verzögerungen können hohe Folgekosten verursachen und im Ernstfall Menschenleben gefährden.

