Nächtigungsabgabe: Kunasek lenkt nach Kritik ein

Nächtigungsabgabe: Landeshauptmann lenkt ein – jetzt zählt Planungssicherheit

Hotels, Pensionen und Campingplätze in der Steiermark haben ihre Preise für 2027 längst festgelegt. Die geplante Erhöhung der Nächtigungsabgabe kam für sie überraschend und ohne Abstimmung. Im Oktober-Landtag hat Grünen-Tourismussprecher Lambert Schönleitner Landeshauptmann Mario Kunasek dazu befragt. Das Ergebnis ist ein erstes Einlenken: Kunasek will mit den betroffenen Betrieben reden.

Was hinter dem Streit um die Nächtigungsabgabe steckt

Die Nächtigungsabgabe zahlen Gäste pro Person und Nacht, die Betriebe heben sie ein. Laut den Plänen des Landes soll sie in Beherbergungsbetrieben von 2,50 auf 4,90 Euro steigen, also fast auf das Doppelte. Mehr dazu, was die Erhöhung für Gäste und Betriebe konkret bedeutet, lesen Sie hier: Erhöhung der Nächtigungsabgabe.

Das Problem liegt vor allem im Zeitpunkt. Im Tourismus wird lange im Voraus geplant. Viele Betriebe haben ihre Preise für 2027 bereits kalkuliert und Angebote verbindlich zugesagt. Wer jetzt nachträglich mehr verlangen muss, riskiert das Vertrauen der Gäste. Wer die Mehrkosten selbst trägt, zahlt drauf.

Tourismusbranche fühlt sich überrumpelt

Von der Hotellerie über die Campingplatzbetreiber bis zu führenden Tourismusregionen: Die Kritik kommt aus der ganzen Branche. Lambert Schönleitner hat diese Sorgen in den Landtag gebracht und den Landeshauptmann, der auch für den Tourismus zuständig ist, direkt gefragt, warum er die Erhöhung so unabgestimmt durchgeboxt hat.

„Die gesamte Branche läuft Sturm, weil der Landeshauptmann die Erhöhung ohne vernünftige Abstimmung und ohne Rücksicht auf die wirtschaftliche Planung der Betriebe durchgedrückt hat“, sagt Schönleitner. Statt einer Erklärung habe Kunasek aufgezählt, was die Tourismusbetriebe dem Land ohnehin zu verdanken hätten. „Das ist keine Antwort auf die berechtigte Kritik der Branche.“

Kunasek kündigt Gespräche mit den Betrieben an

Am Ende der Befragung zeigte sich der Landeshauptmann gesprächsbereit. Er kündigte an, mit den betroffenen Betrieben über die wirtschaftlichen Belastungen und mögliche Nachbesserungen zu reden.

Für Schönleitner ist das ein Anfang, aber noch keine Lösung: „Das ist ein erster Schritt. Aber Gespräche allein lösen das Problem nicht. Am Ende braucht es Planungssicherheit für die Betriebe.“