Rechnungshof bestätigt Probleme beim Mikro-ÖV in der Steiermark
Der neue Prüfbericht des Landesrechnungshofs zum Mikro-ÖV in der Steiermark bringt Bewegung in die Debatte um Mobilität im ländlichen Raum. Zentrale Kritikpunkte, die die Grünen seit Jahren ansprechen, finden sich darin bestätigt. Für Mobilitätssprecher Lambert Schönleitner ist klar: Jetzt braucht es endlich eine landesweite Strategie, damit flexible Verkehrsangebote dauerhaft funktionieren.
Rechnungshof bestätigt strukturelle Schwächen
Der veröffentlichte Bericht des Landesrechnungshofs zeigt deutliche Schwächen beim Mikro-ÖV-System in der Steiermark. Vor allem fehlt eine klare strategische Steuerung auf Landesebene.
„Der Landesrechnungshof bestätigt im Kern das, worauf wir seit Jahren hinweisen: Es fehlt eine klare landesweite Strategie. Die Gemeinden stemmen einen großen Teil der Finanzierung, während das Land überhaupt keine Verantwortung übernimmt“, sagt Mobilitätssprecher Lambert Schönleitner.
Gerade Gemeinden tragen derzeit einen großen Teil der Kosten für Anrufsammeltaxis, Rufbusse oder Gemeindeshuttles – obwohl diese Angebote eine wichtige Ergänzung zum öffentlichen Verkehr sind.
Mobilität bis zur Haustür ermöglichen
Die Grünen haben in den vergangenen Jahren mehrere Initiativen eingebracht, um Mikro-ÖV dauerhaft zu stärken. Ein zentrales Ziel ist eine Mobilitätsgarantie in allen steirischen Siedlungsräumen.
Kernpunkte der Vorschläge sind:
- Integration von Anrufsammeltaxis und anderen Mikro-ÖV-Angeboten in den Verkehrsverbund
- Nutzung dieser Angebote mit dem Klimaticket
- bessere Abstimmung zwischen Bahn, Bus und flexiblen Mobilitätsangeboten
- mehr Planungssicherheit für Gemeinden
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„Wir brauchen eine Mobilitätsgarantie – von der ersten bis zur letzten Meile. Die Pläne dazu liegen am Tisch. Wir stellen der Landesregierung unsere Expertise im Mobilitätsmanagement gerne zur Verfügung“, so Schönleitner.
Wichtiger Baustein für ländliche Regionen
Gerade außerhalb der Städte sind flexible Verkehrsangebote oft entscheidend für die Lebensqualität. Viele Menschen ohne eigenes Auto sind auf diese Angebote angewiesen. Mikro-ÖV kann etwa:
- Wege zu Bus und Bahn erleichtern
- Arztbesuche oder Einkäufe ermöglichen
- touristische Regionen besser erreichbar machen
„Für viele Menschen ist Mikro-ÖV ein Teil der mobilen Lebensqualität. Umso unverständlicher ist es, dass das Land derzeit funktionierende Angebote abdreht, statt sie weiterzuentwickeln“, sagt Schönleitner.
Blick in andere Bundesländer
Dass ein funktionierendes System möglich ist, zeigen Beispiele aus anderen Bundesländern. Dort werden flexible Mobilitätsangebote zunehmend als fixer Bestandteil des öffentlichen Verkehrs organisiert und landesweit koordiniert.
In Niederösterreich wird derzeit ein integriertes Öffi-System aus Bahn, Regionalbussen und Anrufsammeltaxis aufgebaut, das verschiedene Mobilitätsangebote besser miteinander verbindet. Auch das Burgenland zeigt, wie Mikro-ÖV landesweit funktionieren kann: Mit dem System BAST – Burgenländisches Anrufsammeltaxi gibt es ein flächendeckendes Ruftaxi-Angebot, das Gemeinden mit bestehenden Bahn- und Buslinien verbindet und Lücken im öffentlichen Verkehr schließt.
Diese Beispiele zeigen, dass Mikro-ÖV besonders im ländlichen Raum ein wichtiger Baustein moderner Mobilität sein kann – wenn Planung und Organisation auf Landesebene koordiniert werden.
Der Bericht des Landesrechnungshofs zeigt klar: Mikro-ÖV kann ein wichtiger Teil moderner Mobilität sein – wenn er strategisch geplant und in den öffentlichen Verkehr eingebunden wird. Für die Grünen liegt jetzt die Chance darin, aus der Kritik konkrete Verbesserungen zu entwickeln, damit Menschen in der ganzen Steiermark verlässlich mobil bleiben.

