Sicherheit, gleiche Chancen, faire Bezahlung: Grünes Maßnahmenbündel für Frauen
Gewalt an Frauen, ungleiche Bezahlung und fehlende Chancengerechtigkeit betreffen viele Steirerinnen ganz konkret im Alltag. Nach der Aktuellen Stunde im Landtag setzen die Grünen Steiermark ihre frauenpolitischen Schwerpunkte fort. Mit einem umfassenden Maßnahmenbündel wollen sie Sicherheit stärken, Gleichstellung voranbringen und finanzielle Unabhängigkeit von Frauen absichern.
Konkrete Schritte statt bloßer Worte
Klubobfrau Sandra Krautwaschl macht klar: „Alle Parteien haben sich zuletzt für einen besseren Schutz von Frauen ausgesprochen. Schöne Worte reichen aber nicht – es braucht jetzt konkrete Maßnahmen.“
Ziel der Grünen ist es, dass Gleichstellung nicht nur am Papier besteht, sondern für Frauen und Mädchen im Alltag spürbar wird.
Gewalt verhindern – frühzeitig und wirksam
Jede dritte Frau ist im Lauf ihres Lebens von körperlicher und/oder sexueller Gewalt betroffen. Für die Grünen steht daher Prävention an erster Stelle. Gesetze sollen so gestaltet sein, dass Gewalt gar nicht erst entsteht – nicht erst reagieren, wenn Schlimmes passiert ist.
Sexualstrafrecht modernisieren
Nach aktuellen Femiziden in der Steiermark betont die Grüne Frauensprecherin Veronika Nitsche: „Femizide stehen an der Spitze einer Pyramide der Gewalt an Frauen – sie beginnt im Alltäglichen.“
Die Grünen bringen zwei Anträge ein:
- „Nur Ja heißt Ja“ soll im Strafgesetz verankert werden, denn Opfer sollen nicht länger beweisen müssen, dass sie sich gewehrt haben
- Verbale Belästigung („Catcalling“) soll klar unterbunden werden
In 18 EU-Staaten gilt das Zustimmungsprinzip bereits – Österreich hat hier Aufholbedarf.
Gewaltschutzbeirat endlich einberufen
Der steirische Gewaltschutzbeirat wurde 2019 eingerichtet, hat in dieser Legislaturperiode jedoch noch nicht getagt. Die Grünen fordern seine rasche Einberufung, um Fachwissen wieder aktiv in die Landespolitik einzubinden und Verbesserungen für Betroffene zu erreichen.
Prävention braucht Ressourcen
Die Steiermark verfügt über ein gutes Netz an Frauenhäusern und Gewaltschutzzentren. Doch langfristiger Schutz beginnt früher. Kürzungen bei Präventions- und Jugendprojekten – etwa in der Antidiskriminierungsarbeit – schwächen diese wichtige Arbeit. Die Grünen sprechen sich klar für eine Rücknahme dieser Kürzungen aus.
Gleicher Lohn stärkt Selbstbestimmung
Faire Bezahlung ist ein Schlüssel zur Unabhängigkeit. Der Equal Pay Day fällt in der Steiermark heuer auf den 23. Februar – Frauen verdienen hier im Schnitt 14,9 Prozent weniger als Männer (Vollzeit).
Langjährige grüne Vorschläge:
- mehr Lohntransparenz
- verpflichtende Einkommensberichte auch für kleinere Unternehmen
Finanzielle Sicherheit hilft Frauen, eigenständige Entscheidungen zu treffen – auch in schwierigen Lebenssituationen.
Sozialkürzungen treffen Frauen besonders
Kürzungen bei Sozial- und Wohnunterstützung sowie beim Heizkostenzuschuss treffen Frauen und Alleinerzieherinnen überdurchschnittlich oft. Die Grünen setzen sich dafür ein, diese Einschnitte zurückzunehmen, um Armut zu verhindern und selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen.
Graz zeigt, wie Gleichstellung gelingt
Die Stadt Graz macht vor, wie Gleichstellung mitgedacht werden kann – von Stadtplanung bis Förderpolitik. Als das Land die Antidiskriminierungsstelle nicht mehr unterstützte, sprang die Stadt ein.
Gemeinderätin Anna Slama betont die Bedeutung dieser Arbeit – etwa der Ban-Hate-App. Aktuell bringen die Grazer Grünen zudem eine Petition gegen sexualisierte, KI-erstellte Bilder auf den Weg.
Mit ihrem Maßnahmenbündel setzen die Grünen Steiermark auf Prävention, Fairness und echte Verbesserungen im Alltag von Frauen. Sicherheit, gleiche Chancen und faire Bezahlung sollen keine Ausnahmen sein, sondern selbstverständlich werden.

