Leerstandsabgabe Steiermark: Gemeinden stärken statt abschaffen

Leerstandsabgabe: Warum Gemeinden dieses Instrument brauchen

In vielen steirischen Gemeinden stehen Wohnungen leer, während gleichzeitig leistbarer Wohnraum knapp ist. Die aktuelle Debatte über eine mögliche Abschaffung der Leerstandsabgabe sorgt daher für Kritik aus den Regionen. Für die Grünen ist klar: Statt dieses Instrument zu streichen, sollte es gestärkt werden. Denn Gemeinden brauchen Handlungsspielraum – und Menschen brauchen leistbare Wohnungen.

Gemeinden brauchen die Leerstandsabgabe

Mehrere Bürgermeister aus der Steiermark haben zuletzt deutlich gemacht, wie wichtig die Leerstandsabgabe für ihre Gemeinden ist. Vertreter aus Leoben, Schladming und Gamlitz betonten öffentlich, dass ein Ende der Abgabe ein schwerer Rückschlag wäre – gerade in Zeiten angespannter Gemeindebudgets.

Die Abgabe erfüllt zwei zentrale Aufgaben:

  • sie schafft Einnahmen für finanziell belastete Gemeinden
  • sie setzt Anreize, leerstehende Wohnungen wieder zu vermieten oder zu nutzen

Beides trägt dazu bei, Wohnraum besser zu nutzen und Ortskerne lebendig zu halten.

Leerstand reduzieren und Wohnraum nutzen

Für Klubobfrau Sandra Krautwaschl ist klar: In Zeiten steigender Wohnkosten kann sich die Steiermark keinen Leerstand leisten. „Den Gemeinden diese wichtige Einnahmemöglichkeit wieder wegzunehmen, wäre absolut kontraproduktiv. Wir können es uns außerdem nicht leisten, dass Wohnraum leer steht. Die Menschen brauchen leistbare Wohnungen, die Leerstandsabgabe ist hier ein wichtiges Steuerungsinstrument.“

Gerade in vielen kleineren Gemeinden stehen Wohnungen oder Häuser über längere Zeit leer. Gleichzeitig suchen Familien, junge Menschen oder ältere Menschen nach leistbarem Wohnraum. Die Leerstandsabgabe hilft dabei, diese vorhandenen Gebäude wieder zu nutzen – statt neue Flächen zu verbauen.

Grüne: Abgabe stärken statt streichen

Für die Grünen ist deshalb klar: Die Leerstandsabgabe sollte nicht abgeschafft, sondern weiterentwickelt werden. Krautwaschl fordert die Landesregierung auf, die Interessen der Gemeinden ernst zu nehmen: „Blau-Schwarz darf hier nicht ideologisch, sondern sollte mit Vernunft handeln. Viele Bürgermeister haben schon unmissverständlich klargestellt, dass sie diese Abgabe dringend brauchen.“

Die Grünen stellen sich dabei klar auf die Seite der Gemeinden und der Bevölkerung. Wer Immobilien langfristig leer stehen lässt, soll einen fairen Beitrag leisten – damit Gemeinden finanziell handlungsfähig bleiben und vorhandener Wohnraum besser genutzt wird.

Mehr Wohnraum für lebendige Gemeinden

Wenn bestehende Gebäude genutzt werden, profitieren alle: Gemeinden stärken ihre Ortskerne, Infrastruktur wird besser genutzt und zusätzlicher Bodenverbrauch wird vermieden.

Die Leerstandsabgabe kann dabei ein wichtiges Werkzeug sein, um Wohnraum wieder zugänglich zu machen – und Lebensqualität direkt vor der Haustür zu sichern.