Erzbergbahn in Gefahr: Grüne für eine gemeinsame Zukunftsperspektive
Die Zukunft der Erzbergbahn steht auf der Kippe. Nach der Sperre zweier Tunnel kann die historische Strecke derzeit nur eingeschränkt fahren, der ehrenamtlich geführte Verein Erzbergbahn warnt vor einem drohenden Aus. Die Grünen Steiermark sehen darin vor allem eine Chance: Wenn Land, Tourismuswirtschaft und Verein an einem Strang ziehen, könnte aus dem Bahnjuwel ein touristisches Vorzeigeprojekt für die ganze Region werden.
Ein Bahnjuwel kämpft ums Überleben
Jahrzehntelang hat der Verein Erzbergbahn den touristischen Betrieb der historischen Strecke ehrenamtlich am Laufen gehalten, mit viel Herzblut und unzähligen freiwilligen Stunden. Seit zwei Tunnel gesperrt werden mussten, ist davon nur mehr eingeschränkter Fahrbetrieb möglich. Der Verein selbst spricht inzwischen offen von der Gefahr eines endgültigen Aus. Für Lambert Schönleitner, Grünen-Sprecher für Tourismus & Regionen im Landtag, zeigt die aktuelle Situation vor allem eines: wie dringend die Erzbergbahn eine langfristige Perspektive braucht.
Land muss das Gespräch mit Verein und Wirtschaft suchen
Schönleitner sieht jetzt Landeshauptmann Mario Kunasek als zuständigen Tourismusreferenten am Zug. Sein Vorschlag: Das Land soll die lokalen Player aus Tourismus und Wirtschaft rasch an einen Tisch holen und gemeinsam eine tragfähige Lösung entwickeln. „Hier investieren Menschen seit Jahren unzählige Stunden, weil ihnen diese Bahn und ihre Region am Herzen liegen. Dieses Engagement sollte das Land nicht sich selbst überlassen. Mario Kunasek ist als Landeshauptmann und Tourismusreferent gefordert, jetzt das Gespräch mit den regionalen Vertretern zu suchen und gemeinsam eine tragfähige touristische Perspektive für die Strecke zu entwickeln“, sagt Schönleitner.
Die grüne Idee: der Erzberg-Gesäuse-Express
Eine Perspektive für die Strecke haben die Grünen bereits 2024 mit einer eigenen Landtagsinitiative aufgezeigt: Die bestehende Erzbergbahn soll zum Herzstück einer touristischen Bahnverbindung werden – von Leoben über den Erzberg bis ins Gesäuse.
Mit einem aktuellen Antrag „Erzberg-Gesäuse-Bahn als touristisches Leuchtturmprojekt der Steiermark endlich in Angriff nehmen“ greifen die Grünen das Thema jetzt erneut auf. „Wir haben vor zwei Jahren konkret auf den Tisch gelegt, was aus dieser Strecke entstehen könnte. Jetzt ist es höchst an der Zeit, diese Chance ernsthaft aufzugreifen. Es geht darum, das vorhandene Potenzial für die ganze Region zu nutzen“, so Schönleitner.
EU-Förderungen als Chance für die Finanzierung
Auch bei der Finanzierung sieht Schönleitner konkrete Ansatzpunkte. Statt allein auf Landesmittel zu setzen, verweist er auf passende Fördertöpfe auf europäischer Ebene:
„Auf europäischer Ebene stehen passende Fördertöpfe für nachhaltigen Tourismus, regionale Entwicklung und Infrastruktur zur Verfügung. Es liegt an der Landesregierung, diese Möglichkeiten ernsthaft zu prüfen und für die Erzbergbahn zu nutzen“, erklärt Schönleitner.
Vorbild Schweiz: Bahngeschichte als touristische Chance begreifen
In der Schweiz verbinden vergleichbare Bahnprojekte seit Jahren erfolgreich Landschaft, Bahnerlebnis und regionale Wertschöpfung. „Dort würde man ein solches Stück Bahngeschichte als touristische Chance begreifen und entsprechend weiterentwickeln. Genau diesen Blick wünsche ich mir auch für die Steiermark“, sagt Schönleitner.

