„Kultur nicht weiter schwächen“: Kritik an Kürzungen bei Bühnen Graz
Neue Einsparungen bei den Bühnen Graz sorgen für Unruhe in der steirischen Kulturlandschaft. Nach Kürzungen beim Universalmuseum Joanneum und Unsicherheiten in der freien Szene wächst die Sorge um die kulturelle Substanz. Die Grüne Kultursprecherin Veronika Nitsche sieht darin ein deutliches Warnsignal – gerade mit Blick auf die geplante Kulturachse durch die Koralmbahn.
Einsparungen bei den Bühnen Graz: Sorge um die Substanz
Die bekannt gewordenen Kultur-Kürzungen bei den Bühnen Graz sind für die Grüne Kultursprecherin Veronika Nitsche ein weiterer Einschnitt für die Steiermark. „Nach den Kürzungen beim Universalmuseum Joanneum und dem Stillstand bei Förderverträgen für die freie Szene ist das jetzt der nächste Einschnitt für die steirische Kultur. So entsteht keine Stabilität“, so Nitsche.
Zwar sei es nachvollziehbar, dass auch große Kulturbetriebe ihren Beitrag leisten müssen. Tatsächlich wurde mit Änderungen bei Steiermark Schau, Klanglicht sowie zusätzlichen Schließtagen an Standorten des Joanneums bereits reagiert. Doch wenn nun dauerhaft bei Produktionen und beim Personal gekürzt werde, gehe es aus ihrer Sicht nicht mehr um strukturelle Anpassungen, sondern um die Substanz der Kulturarbeit.
Widerspruch zur „Jahrhundertchance“ Koralmbahn
Besonders kritisch sieht Nitsche die Einsparungen im Zusammenhang mit der Koralmbahn. Diese wird von der Landesregierung als Jahrhundertchance bezeichnet. Neue Kooperationen zwischen Graz und Klagenfurt werden beworben, eine stärkere Sichtbarkeit des kulturellen Angebots bis in den adriatischen Raum in Aussicht gestellt. „Wer diese Chance wirklich ernst nimmt, darf nicht gleichzeitig das Angebot Schritt für Schritt zurückfahren“, betont Nitsche.
Eine lebendige Kulturlandschaft sei mehr als ein Standortfaktor. Sie präge die Lebensqualität direkt vor der Haustür, schaffe Begegnungsräume und ermögliche kulturelle Teilhabe für viele Menschen.
Kultur als Investition in die Zukunft
Für die Grüne Kultursprecherin ist klar: Wer große kulturpolitische Visionen ankündigt, muss auch langfristig investieren. „Wer die große Bühne aufmacht, muss auch hinter den Kulissen investieren. Sonst bleibt von der angekündigten Kulturachse wenig übrig.“
Es gehe darum, Stabilität zu sichern – für Künstler:innen, Mitarbeiter:innen und das Publikum. Gerade in wirtschaftlich angespannten Zeiten brauche es Verlässlichkeit, damit Kultur in der Steiermark weiterhin stark und vielfältig bleibt.
Ob die angekündigten Kürzungen in dieser Form bestehen bleiben, ist noch offen. Aus Sicht der Grünen braucht es jedenfalls einen klaren Kurs, der kulturelle Infrastruktur nicht schrittweise aushöhlt, sondern stärkt. Denn eine lebendige Kulturlandschaft ist ein zentraler Bestandteil der Zukunft der Steiermark.

