Kinder- und Jugendhilfe braucht endlich klare Planung

Steigende Belastung, fehlender Plan: Warum die Kinder- und Jugendhilfe jetzt Orientierung braucht

Die Zahl der betreuten Kinder steigt, Fachkräfte fehlen, Kosten explodieren – doch die Landesregierung sieht keinen Bedarf für eine vorausschauende Planung in der Kinder- und Jugendhilfe. Diese Lücke sorgt für wachsende Unsicherheit in einem ohnehin angespannten Bereich. Die Grünen machen darauf aufmerksam und bringen Lösungen ein, damit junge Menschen und Familien die Unterstützung bekommen, die sie brauchen.

Steigende Fallzahlen und fehlende Plätze belasten das System

Die aktuelle Beantwortung einer Grünen-Anfrage zeigt ein klares Bild: Die Ausgaben in der Kinder- und Jugendhilfe sind innerhalb von zwei Jahren um rund 16 Millionen Euro gestiegen. Gleichzeitig wächst die Zahl der betreuten Kinder kontinuierlich – besonders im Krisenbereich, wo Plätze und Fachkräfte zunehmend knapp werden.

Trotz dieser Entwicklung hält der zuständige Landesrat Hannes Amesbauer einen verbindlichen Bedarfs- und Entwicklungsplan für „nicht erforderlich“. Für Sozialsprecherin Veronika Nitsche ist das ein riskanter Kurs, der Familien und junge Menschen im Stich lässt. „Wer diese Zahlen liest und trotzdem einen Plan verweigert, macht sich mitschuldig an den Versäumnissen“, sagt sie.

Empfehlungen von Rechnungshof und Volksanwaltschaft bleiben ungenutzt

Es ist nicht das erste Mal, dass externe Stellen auf strukturelle Probleme hinweisen. Bereits im Sommer empfahl der Rechnungshof dringend, einen Bedarfs- und Entwicklungsplan zu erstellen, um Ressourcen gezielt zu steuern und Engpässe zu verhindern. Auch die Volksanwaltschaft mahnte wiederholt, dass die derzeitige Steuerung unzureichend sei.

„Dass Landesrat Amesbauer Empfehlungen dieser Tragweite ignoriert, zeigt, dass die Probleme im Sozialbereich offenbar nicht ernst genug genommen werden“, erklärt Nitsche. „Es wird weiter auf Sicht gefahren – und das auf dem Rücken der Schwächsten.“

Warum die Steiermark eine Gesamtstrategie braucht

Die Grünen setzen sich dafür ein, dass die Kinder- und Jugendhilfe nicht länger in einem Reaktionsmodus verharrt, sondern eine klare, vorausschauende Struktur erhält. Für Nitsche steht fest: Ohne langfristige Planung werden Versorgungslücken größer, nicht kleiner.

Eine umfassende Strategie soll den tatsächlichen Bedarf abbilden – darunter:

  • ausreichend Pflegeeltern,
  • gesicherte Krisenplätze,
  • stärkere präventive Angebote,
  • nachhaltige Fachkräftesicherung.

„Ein Bedarfsplan ist kein bürokratischer Luxus“, betont Nitsche. „Nur wer weiß, wo die Lücken sind, kann sie schließen – und genau das schulden wir den Betroffenen.“

Die Herausforderungen in der Kinder- und Jugendhilfe sind bekannt – und sie wachsen. Ein verbindlicher Bedarfsplan wäre ein wichtiger Schritt, um jungen Menschen die Unterstützung zu sichern, die sie brauchen. Die Grünen bringen diese Perspektive ein, damit die Steiermark nicht hinterherhinkt, sondern aktiv gestaltet. Weitere Informationen zu sozialen Themen folgen in den kommenden Wochen.