Koralmbahn-Ticket: Grüne drängen weiter auf Lösung

Koralmbahn: Wo bleibt die Ticketlösung?

Seit die Koralmbahn in Betrieb ist, liegen Graz und Klagenfurt so nah beieinander wie nie zuvor. Was fehlt, ist ein Ticket, das dieser neuen Nähe gerecht wird: Wer die Landesgrenze überquert, merkt noch immer, dass ein gemeinsames, durchgehendes Ticket fehlt. Vor der morgigen Kärnten-Steiermark-Konferenz bringt Grünen-Mobilitätssprecher Lambert Schönleitner das Thema auf den Tisch. Denn eine gemeinsame Lösung würde nicht nur Fahrgästen den Alltag erleichtern, sondern auch die Wirtschaftsregion Süd stärken.

Die Bahn ist schneller als der Tarif

Die Koralmbahn hat die Fahrzeit zwischen Graz und Klagenfurt drastisch verkürzt und die beiden Regionen enger verbunden. Beim Ticket hinkt diese Entwicklung allerdings hinterher: Noch immer markiert die Landesgrenze eine Tarifgrenze, die Fahrgäste zu spüren bekommen. Die Grünen haben deshalb bereits mehrere Initiativen im Landtag eingebracht, um diese Tariflücke zu schließen. Zuletzt mit dem Vorschlag für ein Metropol-Klimaticket im Raum Graz–Klagenfurt–Maribor, das auch den grenzüberschreitenden Verkehr nach Slowenien mitdenkt.

„Für die Menschen ist schwer verständlich, warum die neue Bahnverbindung unsere Regionen näher zusammenbringt, beim Ticket aber weiter die Landesgrenze im Weg steht“, sagt Schönleitner.

Die Kärnten-Steiermark-Konferenz als Gelegenheit

Wenn sich die Landesregierungen von Steiermark und Kärnten bei ihrer Konferenz über die gemeinsame Zusammenarbeit austauschen, sehen die Grünen darin die passende Bühne für einen ersten konkreten Schritt: ein gemeinsames Koralmticket zwischen Graz und Klagenfurt. „Wenn die Landesregierungen von Steiermark und Kärnten morgen zusammensitzen, können sie endlich eine Lösung auf den Weg bringen. Ein gemeinsames Koralmticket zwischen Graz und Klagenfurt wäre ein erster konkreter Schritt. Mit dem Metropol-Klimaticket bis Maribor könnte daraus eine starke Wirtschaftsregion Süd entstehen, als südliches Pendant zur Ostregion“, so Schönleitner.

Vorbild Salzburg: Wie EU-Geld grenzüberschreitende Öffis voranbringt

Ein weiterer Ansatzpunkt: gemeinsam auszuloten, welche EU-Fördermittel für ein solches Ticket genutzt werden könnten. Dass grenzüberschreitende Öffi-Projekte europäisch unterstützt werden, zeigt das Beispiel Salzburg und Bayern eindrücklich – dort wurde bereits EU-Geld für ein gemeinsames Tarifangebot gesichert.

„Dort arbeitet man zusammen und holt dafür auch Geld aus Europa. Diesen Gestaltungswillen wünsche ich mir auch von unserer Landesregierung“, sagt Schönleitner.

Wenn Einigung möglich ist, warum nicht auch hier?

Dass sich Steiermark und Kärnten bei gemeinsamen Anliegen durchaus schnell finden können, zeigt aktuell die Debatte um die Flugabgabe: Vizelandeshauptleute Manuela Khom (Steiermark) und Martin Gruber (Kärnten) treten dort gemeinsam für die Regionalflughäfen ein. „Dieser Einsatz wäre auch für die Menschen gefragt, die mit der Koralmbahn unterwegs sein wollen. Ein einfaches, leistbares Ticket zwischen Graz, Klagenfurt und Maribor: Damit würden die Landesregierungen ein konkretes Ergebnis liefern und den gemeinsamen Wirtschaftsraum stärken“, kommentiert Schönleitner.