Trotz Baustopp: Was in Sulzegg mit dem Hochwasserschutz passiert
In Sulzegg ist eine Baustelle entstanden, die es eigentlich nicht geben dürfte. Mitten in einem Hochwasserabflussbereich wurde geschottert, planiert und schweres Gerät aufgefahren. Selbst ein baupolizeilicher Baustopp konnte das bislang nicht verhindern. Die Grünen St. Veit in der Südsteiermark machen auf den Fall aufmerksam, weil hier mehr auf dem Spiel steht als ein einzelnes Grundstück: der Hochwasserschutz für die ganze Umgebung.
Ein Grundstück, das eigentlich geschützt sein sollte
Wer durch die Südsteiermark fährt, sieht auf den ersten Blick vor allem Weinberge, Wiesen und Wald. Was viele nicht wissen: Manche Flächen erfüllen eine stille, aber wichtige Aufgabe, sie nehmen bei einem Hochwasser Wasser auf und leiten es ab. Genau eine solche Fläche liegt in Sulzegg, im sogenannten HQ30-Hochwasserabflussbereich. Das bedeutet: Bei einem auftretenden Hochwasser wäre genau dieses Grundstück Teil des natürlichen Schutzsystems.
Umso mehr ist aufgefallen, dass dort in den vergangenen Wochen eine größere Fläche geschottert, planiert und mit schwerem Gerät befahren wurde. Zusätzlich wurden große Bauteile auf dem Grundstück gelagert. Nach den vorliegenden Informationen ohne Baubewilligung und ohne wasserrechtliche Bewilligung.
Baustopp verhängt – Arbeiten laufen weiter
Der Bürgermeister reagierte mit einem baupolizeilichen Einschreiten, um die Arbeiten zu stoppen. Trotzdem sollen auf der Liegenschaft weiterhin Aktivitäten stattfinden. Grünen-Gemeinderätin Katharina Gsell hat sich gemeinsam mit Anrainer Herbert Sivetz selbst ein Bild vor Ort gemacht, um die Situation genau zu dokumentieren.
„Was wir hier gesehen haben, ist erschreckend. In einem sensiblen Hochwasserbereich wurden offenbar ohne die nötigen Bewilligungen Fakten geschaffen. Beim Hochwasserschutz geht es um die Sicherheit der Menschen, die hier leben“, schildert Gsell ihren Eindruck.
Die Grünen setzen sich für Aufklärung und Sicherheit ein
Den Grünen St. Veit in der Südsteiermark geht es darum, gemeinsam mit den zuständigen Stellen für klare und nachvollziehbare Verhältnisse zu sorgen. Sie setzen sich dafür ein, dass:
- die Vorgänge rund um die Baustelle lückenlos aufgeklärt werden,
- geprüft wird, welche Auswirkungen die bereits erfolgten Arbeiten auf den Hochwasserschutz haben,
- rechtmäßige Zustände auf dem Grundstück wiederhergestellt werden.
Für Gsell steckt darin auch eine grundsätzliche Frage des Vertrauens: „Die Menschen müssen sich darauf verlassen können, dass Regeln für alle gelten. Gerade in einem Hochwasserbereich braucht es besondere Sorgfalt – da geht es um den Schutz von Boden und Natur genauso wie um die Sicherheit der Menschen, die in der Umgebung leben.“

