Hohe Zulagen für Lehrer-Personalvertretung, wenig Einblick
Ein neues Zulagensystem für die Lehrer-Personalvertretung sorgt in der Steiermark für Diskussionen. Während viele Lehrer:innen auf Verbesserungen warten, fließen hohe Summen an eine kleine Gruppe. Gleichzeitig bleibt unklar, wie genau das Geld verteilt wird. Die Grünen sehen hier dringenden Klärungsbedarf.
Hohe Summen für Lehrer-Personalvertretung
Mit einer Dienstrechtsnovelle hat die Bundesregierung ein neues System für Zulagen bei freigestellten Personalvertreter:innen der Lehrer:innen eingeführt – rückwirkend ab 2023. Die Zahlen für die Steiermark zeigen: Die Ausgaben bewegen sich bereits seit Jahren auf einem hohen Niveau.
- Rund 252.000 Euro im vergangenen Schuljahr
- Mehr als 270.000 Euro im laufenden Schuljahr erwartet
Damit geht es um erhebliche öffentliche Mittel, die gezielt an eine kleine Gruppe innerhalb der Lehrer-Personalvertretung gehen.
Viele Fragen bleiben offen
Wie sich diese Summen konkret verteilen, bleibt allerdings unklar. Eine Anfrage der Grünen an FPÖ-Bildungslandesrat Stefan Hermann bringt zwar Zahlen, aber kaum Details. An mehreren Stellen wird auf Datenschutz verwiesen. Eine genaue Aufschlüsselung der Bezüge einzelner Personalvertreter:innen liegt nicht vor.
Auch bei den neuen Zulagen fehlen konkrete Angaben. Laut Landesrat seien diese aufgrund technischer Umstellungen im Verrechnungssystem derzeit nicht mit ausreichender Sicherheit darstellbar.
Frage der Fairness im Schulalltag
Für die Grüne Bildungssprecherin Veronika Nitsche wirft das grundlegende Fragen auf: „Dass ausgerechnet die FPÖ, die sich selbst gerne als Kontrollpartei inszeniert, hier zentrale Informationen mit Verweis auf den Datenschutz abblockt, ist bezeichnend“, so Nitsche.
Und sie ergänzt: „Damit bleibt offen, wer in welchem Ausmaß profitiert und wie sich die neue Regelung konkret auswirkt.“
Gerade im Schulalltag werde die Ungleichheit spürbar. Während viele Lehrerinnen und Lehrer täglich im Klassenzimmer stehen und mit vergleichsweise geringeren Zulagen auskommen müssen, gehen tausende Euro an eine kleine Gruppe der Personalvertretung – ohne transparente Darstellung.
Transparenz stärkt Vertrauen im Bildungssystem
Für die Grünen ist klar: Öffentliche Gelder brauchen nachvollziehbare Regeln und klare Einblicke. Nur so lässt sich Vertrauen schaffen – auch im sensiblen Bereich Bildung.
Es gehe nicht darum, die Arbeit der Personalvertretung infrage zu stellen, sondern um faire und verständliche Rahmenbedingungen für alle Lehrer:innen.

