Gewaltschutzbeirat soll wieder tagen: Grünes Drängen zeigt Wirkung
Beim Schutz vor Gewalt kommt es auf Zusammenarbeit und Erfahrung an. In der Steiermark soll deshalb der Gewaltschutzbeirat wieder zusammentreten. Das geht aus der Beantwortung einer Anfrage der Grünen hervor. Nach längerem Stillstand kommt damit Bewegung in ein wichtiges Gremium für Prävention und Schutz.
Gewaltschutzbeirat bringt Fachwissen zusammen
Der Gewaltschutzbeirat des Landes Steiermark wurde 2019 eingerichtet. Ziel ist es, Fachstellen, Expertinnen und Politik regelmäßig an einen Tisch zu bringen. Dort werden Erfahrungen aus der Praxis ausgetauscht und Maßnahmen gegen Gewalt weiterentwickelt. Seit dem Regierungswechsel war das Gremium allerdings nicht mehr einberufen worden. Die Grünen haben sich deshalb über längere Zeit dafür eingesetzt, dass der Beirat wieder zusammenkommt.
Nun zeigt sich: Dieses Dranbleiben hat Wirkung.
„Unsere Hartnäckigkeit hat sich bezahlt gemacht, jetzt bewegt sich endlich etwas“, sagt die Frauensprecherin der Grünen, Veronika Nitsche. „Der 2019 initiierte Gewaltschutzbeirat bringt Fachstellen, Expertinnen und Politik an einen Tisch. Genau diesen Austausch braucht es, wenn man Gewalt wirksam vorbeugen will.“
Grüner Einsatz im Landtag
Zuletzt hatten die Grünen das Thema erneut im Landtag aufgegriffen und einen Antrag eingebracht, den Gewaltschutzbeirat wieder einzuberufen. Dieser wurde im Februar noch von der blau-schwarzen Mehrheit abgelehnt.
Die aktuelle Anfragebeantwortung der Landesregierung zeigt nun: Der Gewaltschutzbeirat soll im ersten Halbjahr dieses Jahres wieder zusammentreten.
Damit kann ein wichtiger Austausch zwischen Politik, Fachstellen und Praxis wieder stattfinden – ein zentraler Baustein für wirksamen Gewaltschutz.
Prävention und Gewaltschutz gehören zusammen
In der Anfragebeantwortung verweist die Landesregierung darauf, dass nach dem Amoklauf am BORG Dreierschützengasse zunächst kurzfristige Maßnahmen zur Gewaltprävention im Fokus standen. Dazu gehörten unter anderem Schritte zur Sicherheit an Schulen und zur Prävention von Gewalt unter Jugendlichen.
Für Nitsche ist klar: Beide Bereiche müssen zusammengedacht werden.
„Natürlich war es richtig, nach diesem schrecklichen Ereignis rasch Maßnahmen zu setzen. Aber es kann kein ‚Entweder-oder‘ geben. Wir brauchen beides: Maßnahmen zur Prävention und einen funktionierenden Gewaltschutz.“
Gerade Frauen müssten sich darauf verlassen können, dass ihre Sicherheit politisch ernst genommen wird. Der Gewaltschutzbeirat sei ein wichtiger Ort, um Wissen aus Beratungseinrichtungen, Praxis und Politik zusammenzuführen.
Austausch als Grundlage für besseren Schutz
Gewaltprävention beginnt oft lange bevor es zu einer konkreten Tat kommt. Fachstellen, Frauenhäuser, Beratungsstellen und Expertinnen verfügen über wertvolle Erfahrungen aus der täglichen Arbeit mit Betroffenen.
Der Gewaltschutzbeirat bietet die Möglichkeit,
- Erfahrungen aus der Praxis direkt in politische Entscheidungen einzubringen
- bestehende Schutzmaßnahmen zu überprüfen
- Prävention und Unterstützung für Betroffene weiterzuentwickeln
Mit der geplanten Einberufung des Gremiums kann dieser Austausch nun wieder stattfinden.
Gewaltschutz braucht klare Strukturen, Zusammenarbeit und politischen Willen. Dass der Gewaltschutzbeirat wieder zusammentritt, ist ein wichtiger Schritt, um Prävention und Schutz für Frauen in der Steiermark weiter zu stärken. Die Grünen wollen das Thema weiterhin konsequent begleiten.

