Spätere Einschulung: Grüner Vorstoß für sicheren Kindergartenplatz
Wenn Kinder ein Jahr später eingeschult werden, kann das für Familien in der Steiermark plötzlich zum Problem werden. Denn derzeit ist nicht klar geregelt, ob der bestehende Kindergartenplatz erhalten bleibt. Ein aktueller Fall aus Graz zeigt, wie schnell Eltern trotz frühzeitiger Absprachen ohne Betreuung dastehen können. Die Grünen im Landtag wollen diese Lücke nun schließen.
Gesetzeslücke beim Kindergartenplatz in der Steiermark
Wer sein Kind aus entwicklungspsychologischen Gründen später einschulen lässt, handelt verantwortungsvoll. Das Schulpflichtgesetz sieht diese Möglichkeit ausdrücklich vor – etwa bei frühgeborenen Kindern, wenn es dem Entwicklungsstand entspricht.
In der Praxis entsteht jedoch eine heikle Situation: Der Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz ist in der Steiermark an das verpflichtende Kindergartenjahr gebunden. Bleibt ein Kind ein weiteres Jahr im Kindergarten, erfolgt die Aufnahme nur „nach Maßgabe freier Plätze“. Für Familien bedeutet das Unsicherheit – selbst dann, wenn sie frühzeitig mit Behörden und Trägern gesprochen haben.
Ein aktueller Fall aus Graz hat diese Problematik deutlich gemacht. Trotz Abstimmung und zunächst positiver Rückmeldungen stand eine Familie plötzlich ohne Kindergartenplatz da.
Landtagsinitiative für klare Rahmenbedingungen
Die Grüne Bildungssprecherin Veronika Nitsche bringt dazu einen selbstständigen Antrag im Landtag ein. Ziel ist ein klarer Rechtsanspruch auf den bestehenden Kindergartenplatz bis zur tatsächlichen Einschulung.
„Eltern entscheiden nicht leichtfertig, ihr Kind später einzuschulen. Sie schauen auf die Entwicklung ihres Kindes und handeln verantwortungsvoll. Es liegt in der Verantwortung der Landesregierung, genau dafür verlässliche Rahmenbedingungen zu schaffen“, so Nitsche.
Konkret soll die Landesregierung eine Regierungsvorlage ausarbeiten, die sicherstellt:
- Rechtsanspruch auf den bestehenden Kindergartenplatz
- Gültigkeit bis zur tatsächlichen Einschulung
- Keine Betreuungslücken bei späterer Einschulung
Frühkindliche Bildung braucht Stabilität
Gerade die Übergangsphase zwischen Kindergarten und Schule ist sensibel. Kinder brauchen stabile Bezugspersonen und ein vertrautes Umfeld. Frühkindliche Bildung ist ein zentraler Baustein für Chancengerechtigkeit und soziale Teilhabe.
Wenn Eltern trotz Zusagen zwischen Behörden hin- und hergeschickt werden, zeigt das: Hier fehlt eine klare gesetzliche Regelung. „Wir wollen eine einfache, klare Lösung. Familien brauchen Sicherheit und keine Behörden-Odyssee“, sagt Nitsche.
Mit der Initiative setzen die Grünen auf verlässliche Rahmenbedingungen für Familien – damit verantwortungsvolle Entscheidungen für das eigene Kind nicht zu organisatorischen Risiken werden.
Für viele Familien in der Steiermark geht es dabei um mehr als einen Verwaltungsakt – es geht um Planungssicherheit im Alltag und um gute Startbedingungen für ihre Kinder.

