Kulturförderung in der Steiermark: Stillstand bringt Szene unter Druck

Kulturförderung steht still: Warum Planungssicherheit jetzt fehlt

Seit Monaten herrscht Stillstand bei der Kulturförderung in der Steiermark. Viele Kulturinitiativen können keine Förderansuchen einreichen, zugesagte Entscheidungen bleiben aus. Für Kunst- und Kulturprojekte im ganzen Land wird Planung damit zunehmend unmöglich – mit spürbaren Folgen für Veranstalter:innen, Kunstschaffende und Publikum.

Wenn Förderungen ausbleiben, gerät Kultur ins Wanken

Besonders hart trifft die Situation die freie Szene und regionale Kulturveranstalter:innen. Bleiben Förderzusagen aus, geraten Programme, Verträge und Spielstätten ins Wanken. Veranstaltungen müssen verschoben oder ganz abgesagt werden – vor allem außerhalb der Ballungsräume.

Die steirischen Grünen haben deshalb eine schriftliche Anfrage an Kulturlandesrat Karlheinz Kornhäusl eingebracht. Ziel ist es, Klarheit über Zahlen, Abläufe und künftige Entscheidungen zu schaffen.

„Kultur braucht Verlässlichkeit – kein Glücksspiel“

Grünen-Kultursprecherin Veronika Nitsche bringt die Lage auf den Punkt: „Kulturorganisationen und Kunstschaffende brauchen Planungssicherheit. Unter Blau-Schwarz wird kulturelle Arbeit im Land aber zunehmend zum Glücksspiel.“

Fehlende Entscheidungen wirken sich nicht nur auf die Szene aus. Auch das Publikum spürt die Folgen, wenn Programme ausgedünnt werden oder Veranstaltungen gar nicht erst stattfinden.

Diese Fragen wollen die Grünen geklärt wissen

Mit ihrer Anfrage fordern die Grünen transparente Antworten – unter anderem zu folgenden Punkten:

  • Wie entwickeln sich die Einnahmen aus dem Kultur-Anteil der Landes-Rundfunkabgabe seit der Reform?
  • Wie groß ist die Abweichung zu den budgetierten Einnahmen?
  • Wie werden mögliche Mindereinnahmen kompensiert?
  • Was bedeutet eine mögliche Abschaffung der Landes-Rundfunkabgabe ab 2027 für die Kulturmittel?
  • Wann fallen Entscheidungen zu mehrjährigen Fördervereinbarungen für 2026–2028?

Kultur langfristig absichern – nicht auf später verschieben

Für Nitsche geht es dabei um mehr als technische Budgetfragen. Sollte ab 2027 ein wesentlicher Teil zweckgewidmeter Mittel wegfallen, braucht es frühzeitig verlässliche Lösungen. „Ein vages wird schon irgendwie reicht nicht – nicht für Initiativen, nicht für Veranstalter:innen und nicht für das Publikum“, so die Kultursprecherin.

Drei Dinge, die es jetzt braucht

Zum Abschluss hält Nitsche fest, was notwendig ist, damit Kultur im ganzen Land wieder planbar wird:

  • offene und nachvollziehbare Zahlen
  • eine konkrete Timeline für Entscheidungen
  • klare, verlässliche Förderregeln

Die steirische Kunst- und Kulturlandschaft lebt von Engagement, Vielfalt und regionaler Verankerung. Damit das so bleibt, braucht es jetzt Transparenz und Verlässlichkeit. Die Grünen setzen sich dafür ein, dass Kulturarbeit wieder eine stabile Grundlage bekommt – für Kunstschaffende ebenso wie für das Publikum.