Holocaust-Gedenktag: Grüne mahnen starke Erinnerungskultur ein

Holocaust-Gedenken darf nicht in Vergessenheit geraten

Der Internationale Holocaust-Gedenktag erinnert an Millionen Menschen, die Opfer der nationalsozialistischen Verbrechen wurden. Für die Grünen Steiermark ist dieser Tag nicht nur ein Moment des Innehaltens, sondern auch ein Auftrag für die Gegenwart. Sie vermissen ein klares Bekenntnis der Landesregierung zur aktiven Erinnerungskultur – und wollen das im Landtag deutlich machen.

Erinnerung braucht Haltung – und Unterstützung

Am Vortag des Gedenktags führte ein Rundgang durch Graz zu verschiedenen Orten des Erinnerns. Mit dabei war auch Klubobfrau Sandra Krautwaschl. Für sie steht fest, dass Gedenken mehr ist als ein historischer Rückblick:

„Nicht nur die unfassbare Dimension der nationalsozialistischen Verbrechen, sondern jedes einzelne Schicksal derer, die ihres Lebens und ihrer Würde beraubt wurden, ist unser Auftrag, das Gedenken und das ‚Nie wieder!‘ lebendig zu halten!“

Gerade auf lokaler Ebene werde sichtbar, wie wichtig diese Orte des Erinnerns für eine wache, demokratische Gesellschaft sind.

Kritik an Kürzungen bei Stolpersteinen

Deutliche Kritik üben die Grünen an der Streichung von Förderungen für die Stolpersteine durch die Landesregierung. Diese kleinen Gedenktafeln im öffentlichen Raum erinnern an konkrete Menschen und ihre Geschichten – direkt vor unserer Haustür.

Menschenrechtssprecherin Veronika Nitsche warnt vor den Folgen dieser Entscheidung: „In Zeiten des wachsenden Rechtsextremismus und Antisemitismus braucht es mehr Gedenkkultur, nicht weniger.“

Antrag im Landtag: Gemeinsames Bekenntnis einfordern

Die Grünen kündigen an, im Landtag einen Antrag einzubringen. Ziel ist ein klares, parteiübergreifendes Bekenntnis zur Bedeutung der Erinnerungskultur sowie deren verlässliche finanzielle Absicherung.

Konkret geht es darum:

  • die Verantwortung des Landes klar zu benennen
  • bestehende Initiativen langfristig abzusichern
  • Projekte wie die Stolpersteine wieder ausreichend zu fördern

Viele engagierte Menschen arbeiten tagtäglich daran, das Gedenken lebendig zu halten – oft mit begrenzten Mitteln.

Erinnerungsarbeit soll aber nicht vom Engagement Einzelner abhängen, sondern von der Gesellschaft getragen werden. Eine lebendige Gedenkkultur ist gerade in Zeiten von steigendem Rechtsextremismus und Antisemitismus notwendiger denn je