Würdiges Gedenken braucht Haltung – auch politisch
Die Entscheidung des Landes Steiermark, die jährliche Förderung für Stolpersteine zu beenden, sorgt für breite Diskussionen. Dabei geht es um einen kleinen finanziellen Beitrag – und um eine große Frage: Wie ernst nimmt die Politik das Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus? Die Grünen Steiermark machen deutlich, warum Erinnerungskultur nicht von parteipolitischen Abwägungen abhängig sein darf.
Stolpersteine: Sichtbares Erinnern im Alltag
Stolpersteine erinnern dort an die Opfer des Nationalsozialismus, wo sie gelebt haben: mitten im Alltag, auf Gehsteigen, vor Wohnhäusern. Gerade diese Nähe macht ihr Anliegen so eindringlich. Über Jahre hat das Land Steiermark dieses Projekt mit einem überschaubaren Betrag unterstützt.
Mit dem Aus der Förderung setzt die aktuelle Landesregierung nun ein klares politisches Signal – eines, das viele Menschen als Bruch mit einer gelebten Gedenkkultur empfinden.
Entscheidung mit politischer Wirkung
Für die Grünen ist klar: Diese Maßnahme ist keine Formsache, sondern eine bewusste politische Entscheidung. Kultursprecherin Veronika Nitsche betont, dass in der Steiermark seit Monaten darüber entschieden wird, welche Themen sichtbar bleiben – und welche nicht.
„Zu behaupten, das sei keine politische Entscheidung, ist absurd. Dass nun sogar eine würdige Gedenkkultur dem Koalitionsfrieden geopfert werden soll, ist ein fatales Zeichen“, so Nitsche.
Aus Sicht der Grünen wird damit ausgerechnet bei der Erinnerung an die Verbrechen des Nationalsozialismus gespart – trotz der geringen Kosten.
Gedenkkultur stärkt demokratische Verantwortung
Erinnerungsarbeit ist mehr als ein Blick in die Vergangenheit. Sie schafft Bewusstsein für Verantwortung, Menschenrechte und demokratische Werte im Heute. Projekte wie die Stolpersteine:
- machen Geschichte im öffentlichen Raum sichtbar
- geben Opfern ihre Namen und Biografien zurück
- fördern kritische Auseinandersetzung statt Vergessen
Gerade in Zeiten zunehmender gesellschaftlicher Polarisierung ist das ein wichtiger Beitrag zum respektvollen Zusammenleben.
Die Grünen Steiermark setzen sich weiterhin dafür ein, dass würdiges Gedenken nicht zur Verhandlungsmasse wird. Erinnerungskultur braucht Verlässlichkeit, Haltung und den Mut, klare Zeichen zu setzen – auch dann, wenn sie unbequem sind.

