Ideen zur Verbesserung von Klima und Umwelt

Ideen zur Verbesserung von Klima und Umwelt

Ich bin viel in der Natur unterwegs und hätte da auch so ein paar Vorschläge, die ich gerne teilen würde:

Möglichkeiten für Einzelne; individuelle Umsetzung:

1.) "Sammeln statt Wegwerfen"

Es ist an sich ein Grundverständnis, dass man, wenn man Wandern geht, keinen Müll an den Pausenplätzen oder unterwegs hinterlässt. Wir sehen aber trotzdem häufig die nicht verrottbaren Reste von menschlichen Aufenthalten neben Wegen und Plätzen. Eine neue Zielvorgabe könnte sein, dass wir zukünftig mehr an Müll mit nach Hause bringen (und sachgerecht entsorgen), als wir selber verursachen. Also nicht nur den eigenen Müll mitnehmen, sondern auch den Müll, den wir finden. Oft beobachte ich (auch an mir selber), dass ich mich über den Müll am Wegrand ärgere, aber aufklauben und mitnehmen tu ich ihn auch nicht. Das wäre aber eine sinnvolle Aufgabe.

2.) "Mit Gefühl unterwegs"

Ich habe für mich das Barfuß-Gehen entdeckt. Der menschliche Fuß ist ein Wunder der Natur und verkümmert in den "Plastik"-Schuhen. Schuhe übernehmen alle Funktionen, die der menschliche Fuß (Knöchelchen und Muskulatur) selber übernehmen könnte. Durch übertriebene Dämpfung, dichte Schale, … bekommen wir Schweißfüße und bleibende Haltungsschäden, weil der Fuß nicht selbst lernen kann. Und das Wichtigste: Wir verlieren die Wahrnehmung für den Grund auf dem wir stehen. Heiß, kalt, weich, hart, feucht, trocken, Sand, Waldboden, Kies, Wiese, …. all das können wir durch den Schuh nicht wahrnehmen. Und jeder Schuh hinterlässt - ob wir das wollen oder nicht - mehr oder weniger Mikroplastik in der Natur, bei jedem Schritt, den wir gehen.

3.) "Energie für unterwegs"

Um im Notfall auch immer eine Reserve zu haben, habe ich auf meinen Rucksack eine flexible Solarzelle installiert, die bei Schönwetter (und meistens sind wir ja nur dann in der Natur unterwegs) meinen Akku lädt. Dann spare ich mir zu Hause das Laden des Reserve-Akkus an der Steckdose.

4.) Gießen wie aus den Wolken

Für Hausbesitzer*innen wäre es sinnvoll, Regentonnen zu nutzen, um Regenwasser aufzufangen und damit den Garten zu gießen, anstatt das Regenwasser in den Kanal abzuleiten und zum Begießen Frischwasser aus der Leitung zu nehmen. Das spart wertvolles Trinkwasser. Noch schöner wäre, wenn es in Österreich zulässig wäre (so wie in Japan), Regenwasser (oder auch Quellwasser aus eigenem Brunnen oder Quelle) zur Toilettenspülung zu verwenden, was aber durch unsere Wasserverbrauchsabgabe, die über das Abwasser verrechnet wird, nicht möglich ist.

5.) Mut zum Grün

… ist auch wieder was für Häuslbesitzer*innen, gilt aber auch für Schrebergärnter*innen:  Weniger Asphalt und mehr Rasensteine für Parkflächen, Hauszufahrten, Gehwege. Da könnten wir viel gegen die Versiegelung unserer Erde tun.

Darüber hinaus finde ich die Initiative der Steiermark „KlimaChamp“ sehr sinnvoll auch in Richtung Bewusstseinsbildung. Beiträge zum Klimaschutz, die dort bereits gelistet sind, nehme ich hier in meinen Vorschlägen nicht noch mal auf. Alle diese Klein- und Kleinstaktionen sind wichtige Beiträge jedes Einzelnen zum Wandel in der Gesellschaft.

Ich denke, das ist der Kern der Aufgabe, die uns - und damit meine ich jede*n Einzelne*n - aufgegeben ist:  Wir müssen Umdenken, oder um es fachchinesisch auszudrücken,  wir brauchen einen Paradigmenwechsel. Was bisher unhinterfragt gut war, muss nicht zwangsläufig für jede*n und immer gut sein. Das erfordert dort und da sehr individuelle Lösungen und nicht alle Lösungen können für eine Gesamtheit (z.B. eine Stadtgemeinde) vorgeschrieben oder diktiert werden.

Barfuß-Gehen ist da ein gutes Beispiel. Was für mich gut ist, muss nicht auch für andere gut sein, aber es ist zumindest eine Möglichkeit, darüber nachzudenken. Das Gleiche gilt für Fahrradfahren, Öffis benutzen, Duschen und Wäschewaschen;

Die Neue Coolness könnte auch sein

  • stinken statt Deo (wie viel Duschen und wie viel Deo ist gesund?)
  • Fahrrad statt Auto
  • gebrauchte Kleidung statt neueste Mode
  • Barfuß statt ein Schrank voller Schuhe
  • Bleistift statt Kugelschreiber
  • bio statt konventionell
  • wenig statt viel
  • nachhaltig statt kurzlebig und billig
  • wieder verwenden statt immer neu (Gewand, Geschirr, ...)
  • reparieren statt neu kaufen
  • gemeinsam statt einsam (gegen den Egotrip)
  • zweckmäßig statt schön
  • heute statt morgen
  • Jute statt Plastik
  • Ordnung statt Sauberkeit
  • Heimisches statt Exotisches
  • saisonal statt ganzjährig
  • Natur statt Kosmetik
  • Heimaturlaub statt Fernreisen

Und damit komme ich zu dem Bereich

 

Möglichkeiten der Gemeinschaft; kollektive Umsetzung:

 

1.) Bewusstsein bilden, Paradigmenwechsel
Das ist denke ich – wie oben erwähnt – eine Kernaufgabe (so wie in der Corona-Krise das Bewusstsein für Hygiene und Ansteckungsgefahr). Initiativen wie der Klima-Champ ist hier sicherlich wertvoll (aber aus meiner Perspektive noch viel zu wenig bekannt). Letztlich kommt es darauf hinaus, den Menschen Mut zu machen, persönlich aktiv zu werden und dies nicht als Gnadenakt zu verstehen oder sich damit zu verstecken, sondern das auch selbstbewusst und öffentlich. Es muss „cool“ werden, sich für das Klima zu engagieren und gegen den Main-Stream zu leben (ähnlich wie die 68er-Bewegung).

Wichtig ist, "Denk-Mäler" zu errichten im Sinne von „Denk mal darüber nach“. Die Aktion Klima-Champs ist dazu ein sehr wertvoller Beitrag und ich finde es toll, dass über diesen Weg all die Ideen (gute und weniger gute, einfache und schwierigere) von vielen Menschen einen Weg in die Öffentlichkeit finden und so zum Nachdenken führen können und darüber hinaus auch Mut machen, selber mal alte Pfade zu verlassen und neue Wege (die ja oft sehr alte Wege sind) zu betreten

2.) Vorbildwirkung: Mülleimer mit Deckel
Mistkübel im öffentlichen Raum sollten mit Deckel versehen werden, damit Tiere (v.a. Vögel) oder der Wind den Müll nicht über die ganze Gegend verstreuen. Oft vermuten wir hinter dem herumliegenden Müll „coole“ oder „aufmüpfige“ Jugendliche, die in ihrem Geltungsdrang Unfug anstellen. Das mag dort und da (vor allem, wenn Alkohol im Spiel ist) stimmen, aber oft sind es Wind und Wildtiere (aber auch Hunde), die den Müll „ausleeren“.

3.) Vorbildwirkung: Strom sparen – Reklamebeleuchtung
Ich bin mit meinem Hund oft spät abends oder sehr zeitig in der Früh unterwegs. Wenn man da über die Gröblbauerstraße spaziert, sieht man erst, wie hell es rund um das Stadtzentrum und besonders im Bereich des FMZ ist. Natürlich ist Reklame wichtig, aber wenn das riesige Schedina-Schild wie ein überdimensionierter Fernseher die Umgebung beleuchtet und das um 2 Uhr in der Früh, oder wenn die Intersparreklame die ganze Umgebung in rotes Licht taucht, kann das nicht gesund sein, vom Energieverbrauch mal ganz abgesehen nur zwei exemplarische Beispiele, die besonders hervorstechen.

Ich verstehe ja nicht wirklich, was die nächtliche Reklame bewirken soll, welcher Nutzen daraus für das Unternehmen entsteht. Ein sinnvoller Nutzen wäre ja aus meiner Sicht, wenn eine Reklame eingeschalten ist um anzuzeigen, dass ein Geschäft geöffnet ist. Dann seh ich schon von Weitem, ob offen ist und muss nicht erst hinfahren, um festzustellen, dass noch geschlossen ist. Soviel zum Thema Quer-Denken oder Hinterfragen. Wie viel bringen hell erleuchtete Reklametafeln in der Nacht wirklich? bin ich heute wirklich der Coolste und Beste und Größte, weil ich die coolste und beste und größte und bunteste und hellste Reklametafel habe?

Da könnte eine neue Werbewirkung entstehen, weil es heute cool sein sollte, auf diese Stromfresser zu verzichten.

4.) Vorbildwirkung: Strom sparen – Straßenbeleuchtung
… das Ähnliche gilt für die Straßenbeleuchtung

Was für den Privaten gilt (Bewegungssensoren) könnte auch im öffentlichen Raum sinnvoll sein um Energie und Lichtverschmutzung zu reduzieren.

Aus meiner persönlichen Sicht könnten auch noch einige Straßenzüge im städtischen Bereich "entlichtet" werden. Zumindest könnte man nochmal die Notwendigkeit der intensiven Beleuchtung hinterfragen. Das ist bitte keine Kritik, sondern nur eine Idee. Ich finde es zum Beispiel SUPER, dass nahezu überall energiesparende LED zur Beleuchtung eingesetzt werden. Vielleicht wären dort und da ja Bewegungssensoren noch eine Idee, um weiter Strom zu sparen.

5.) Vorbildwirkung: weniger Asphalt
Das was Häuslbesitzer*innen im Privaten tun können, sollte eine Gemeinschaft (Stadtgemeinde, Genossenschaft, Mietervereinigung, Schulverein, Fachmarktzentrum, …) als gutes Beispiel vorzeigen: Wo wir heute den Boden mit dichtem Asphalt versiegeln gehören wieder mehr Rasensteine auf Parkflächen und Wegen.

6.) eine provokante These - Straßenausbau und -renovierung stoppen
Ein grober Paradigmenwechsel wäre tatsächlich, wenn wir den Individualverkehr bewusst unattraktiv machen, indem keine weiteren Spuren auf Autobahnen mehr gebaut werden, Straßenrenovierungen verzögert werden, dort und da anstelle von Asphaltstraßen wieder Schotterstraßen entstehen, weniger Parklätze, mehr Fußgängerzonen, mehr Ampelregelungen … - also völlig konträr zur jahrelangen Strategie Individualverkehr immer attraktiver, flüssiger, schneller zu machen. Durch die Staubildung, die schlechten Fahrbahnverhältnisse, etc. könnte ja vielleicht (frommer Wunsch) die Attraktivität sinken, mit dem eigenen Auto zu fahren, und das Bedürfnis geweckt werden, Alternativen zu wählen.

7.) Rechtliche Grundlagen verändern – Ressource Trinkwasser
Aus meiner Sicht sollte es wieder möglich sein, lokale Quellen (ob aus Brunnen oder tatsächliche Quellen) wieder als Brauchwasser zu nutzen. Das ist derzeit nicht möglich, weil der Wasserverbrauch mit der Wasserentsorgung gekoppelt ist. Mit Anschluss an das öffentliche Wassernetz (Stadtwasser) wurden alle Hausquellen versiegelt. Hier braucht es neue Ideen und Initiativen und gesetzliche Grundlagen, die für die Wasserversorgung in einem Haushalt auch die Möglichkeiten der Regenwassernutzung und lokaler Quellen für Toilettenspülung, Geschirr- und Wäschewaschen etc. ermöglichen (ein Prozess der in Japan übrigens bereits „state of the art“ ist). Nicht überall brauche ich wertvolles Trinkwasser!

8.) Mobilitätskonzepte – Mut zu neuen Wegen
Beispiele wie Initiativen (von privaten Unternehmen) wie jener aus dem Pinzgau machen Mut und sollten Benchmark für die Politik sein. Neben der kompletten Neukonzeptionierung eines Fahrzeuges wird hier auch ein Gesamtkonzept erarbeitet, in dem auch das Car-sharing - wer braucht wann ein Fahrzeug – mit bedacht wird, ein Konzept, das in diesem Fall vor allem für den ländlichen Raum interessant ist, denn im städtischen funktioniert das dort und da schon recht gut.

Uwe Eck, Deutschlandsberg